Full text: (4. Band = 1833, No 1-No 8)

2 IV. Gynäkologie und Pädiatrik. 
enthaltend. Es hatte ebenfalls seine Tuba nach vorn gedrängt 
und erhob sich hinter ihr gegen die Bauchhöhle. Die linke 
Ala vespertilionis war normal, die rechte aufgelockert und ver- 
dickt, braun und blauroth und mit vielen feinen, dunkelrothen 
Gefässverzweigungen versehen. . Was das ungeheuer grosse 
rechte Ovarium anlangt, so bestanden & Viertheile desselben 
aus einem grossen, fluctuirenden, sehr gespannten Sacke, an 
den sich das vierte Viertheil anschloss, das eine mehr vom- 
pakte, knotige, zum Theil knorpelharte, mehr nach links liegende 
Geschwulst darstellte. Der grosse, gelblichbläuliche Sack ent- 
hielt etwa 3—34 Quart chokoladenbrauner trüber, Flüssigkeit, 
nach deren Entleerung der Sack so zusammenfiel, dass die 
ganze Geschwulst nicht mehr halb so gross, als früher, war. 
Der derbere Theil der Geschwulst, sowie die runden Hervor- 
ragungen in der Wand des grossen Sackes bestanden aus vielen, 
in sich abgeschlossenen, mit fester Haut umgebenen Zellen von 
verschiedener Grösse. Diese Zellen oder Hydatiden waren im 
compakteren Viertheil der Ovarien-Geschwulst dicht an einander- 
gedrängt und stellten sehr treu ein s. g. Sarcoma cy»ticum dar. 
Die einzelnen Zellen enthielten theils klares, doch etwas kle- 
beriges Wasser, theils zähere Flüssigkeit, wie rohes Kiweiss, 
theils braune, schmierige Flüssigkeit, gelbes, schmieriges Fett, 
speckige, hellgelbe Klumpen, ja weisse, knorpelharte und über- 
haupt knorpelige Massen, die theils ohne Verwachsung in der 
derben, den Zellbalg bildenden Haut lagen, theils aber auch mit 
ihr und dadurch mit mehreren andern benachbarten Zellen ver- 
wachsen waren. Diese Verschiedenbeit des Inhaltes dieser Zel- 
jen scheint einiges Licht über die Entstehung mancher knorpeli- 
gen Geschwülste in ]öhlen des Körpers zu geben, da sie, nach 
dieser Eierstocks - Geschwulst zu schliessen, aus gewöhnlichen, 
wasserhelle Flüssigkeit enthaltenden Hydatiden sich nach und nach 
in solche Speck- und Knorpelgeschwülste umbilden. Diese Mei- 
nung wird sehr wahrscheinlich durch folgende Reihenfolge der 
in den Zellen enthaltenen Substanzen: Wasserhelle, etwas kle- 
berige Flüssigkeit, wie Gummiwasser; rohem Eiweisse ähnliche, 
durchsichtige Flüssigkeit; dieselbe etwas getrübt, dicker werdend, 
chokoladenbraun; sehr zähe, kleberige, braune Masse von fast 
breiiger Consistenz ; noch zäherem, gelbbraunem Breie, oder schwar- 
zer Seife gleichende Masse; schmuziggelbes, schmieriges Fett; 
hochgelbe Fettklumpen; hochgelbe Schmeermasse, aus angestoche- 
nen Zellen auszudrücken; gelbweisse Speckmassen; dergleichen mit 
knorpelharten Kernen, und endlich wirkliche, theils lose in den 
Zellen liegende, theils mit denselben verwachsene Knorpelmassen. 
Schliesslich macht F. noch auf einen Umstand aufmerksam, der 
vielleicht einmal die Ausrottung einer so grossen KEierstocks- 
geschwulst bedeutend erleichtern könnte. In den meisten bisher 
beobachteten Eierstocksgeschwülsten, besonders in denen von 
Lızaas beschriebenen, bildete immer der grösste Theil der Ge-
	        
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