Full text: (4. Band = 1833, No 1-No 8)

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IV. ‚Gynäkologie und Pädiatrik. 
Leichen schon geboren haben. [Radius’s allgemeine Cholera- 
Zeitung, Nr. 114.] (K— e.) 
2%. ‚Geburtsact in asphyktischer Cholera; mit- 
getheilt von Dr. TunüumeL. Dass die indische Cholera nicht im- 
mer Abortus bewirkt, geht aus vielen Beobachtungen hervor. 
So entfernte T. nicht nur unmittelbar nach dem Tode einer im 
%. ‚Monate Schwangeren den todten Fötus durch Kaiserschnitt 
und sah eine Smonatliche Frucht bei der Section einer vor 3 
Stunden verstorbenen Schwangern zu Tage fördern, die sehr 
blau aussah und nach wenigen Secunden an der atmosphärischen 
Luft scharlachroth wurde, sondern beobachtete auch nachstehen- 
den Fall: Ein schwächliches, unverehelichtes, 29jähriges Frauen- 
zimmer, das vor 2 Jahren von einem 7monatlichen, noch leben- 
den Kinde entbunden worden war, erkraukte am 21. October 
1832 nach 14tägigem Durchfalle und starker Erkältung an der 
asiatischen Cholera und wurde Tags darauf, im %. Monate der 
Schwangerschaft, ganz kalt, blau und pulslos in’s Hospital ge- 
bracht. Kalte Ueberschläge nach einem warmen Bade, roth- 
machende Mittel, gelinde spirituöse Frietionen und kalte Kliystiere 
brachten bald einige günstige Veränderungen hervor, doch war 
die Hoffnung zur Genesung nur sehr gering, bis 42 Stunden 
nach der‘ Aufnahme Wehen begannen, die nach 4 Stunden die 
leichte Geburt eines Kindes auf den Steiss zur Folge hatten. 
Der apoplektisch aussehende Fötus hatte bis kurz vor der Ge- 
burt gelebt, da die Nabelschnur noch stark pulsirte, doch war 
er nicht wieder zu beleben. Die Kreisende aber, bis kurz vor 
Eintritt der Wehen eiskalt, blau, heiser und fast pulslos, wurde 
gegen Ende der Geburt wärmer, ja heiss. Es verbreitete sich 
ein warmer Schweiss über den ganzen Körper, Collapsus und 
Heiserkeit verloren sich, der Hautturgor kehrte zurück, und der 
Puls wurde gross, voll, härtlich, schnell. Nach der Geburt 
jedoch collabirte die Kranke wieder und verfiel in Cholera - Ty- 
phus, der am 3. Tage seines Bestehens einen günstigen Aus- 
gang zu nehmen schien. Doch trat bei dreisten Blutentziehun- 
gen und die Plasticität vermindernden Mitteln am 9. Tage nach 
der Aufnahme der Tod unter unsäglicher Angst und Brustbe- 
klemmung bei fortdauernd gereiztem Pulse durch Lungenlähmung 
ein. Die Section zeigte nur noch Andeutungen der Krankheit 
bei sonst normaler Beschaffenheit sämmtlicher Organe, mit Aus- 
nahme starker polypöser Concremente im Herzen, die bis tief 
in die Aorta, Art. pulm. und Ven. cava gingen. [Med. Zeitung 
vom Vereine für Heilkunde in Preussen, Nr. 10.] (K—e.) 
28. Ein Fall von Geburt während der Cholera, 
nebst einigen Bemerkungen über-den Einfluss der 
weiblichen Geschlechtsverrichtungen auf die Ent- 
stehung und den Verlauf der Cholera; mitgetheilt vom 
Accoucheur der kurländischen Medicinalbehörde, Dr. LicHTEN- 
STEIN. Dass im Allgemeinen weniger Weiber als Männer an der
	        
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