Full text: (4. Band = 1833, No 1-No 8)

Summarium des Neuesten 
aus der 
IM- und in 
Ma 
öAndischen Mediein 
zum Gebrauche praktischer Aerzte, 
14. Avril 1833. 
MM 8. 
I. AnaTomm und PHYSIOLOGIE, 
834. Vollkommener Mangel des grossen und klei- 
nen Gehirns und dennoch 11stündiges Leben; von 
Spessa in Treviso. Am 21. Jul. 1831 entband Sp. eine Frau 
ziemlich leicht von einem gut genährten Mädchen durch die 
Wendung. Obgleich alle Zeichen der Anencephalie vorhanden 
waren, so gab dennoch das Kind deutliche Lebenszeichen von 
sich, bewegte die Glieder, atlımete und schrie. Herz und Ar- 
terien schlugen wie gewöhnlich. Nach 11 Stunden trat der Tod 
plötzlich einz ein allmähliches Abnehmen der Kräfte hatte nicht 
Statt gefunden. Ueber den Augenhöhlen senkte sich die Haut 
schief nach hinten, um sich mit der des kurzen Halses zu ver- 
einigen. Dieses Hautstück war mit Blut angefüllt und mit lan- 
geu und dünnen Haaren bedeckt. Hinten am Halse erhob sich 
ein warzenförmiger, dem Ende eines kleinen Fingers nicht un- 
ähnlicher Auswuchs. Se, berührte denselben während des Le- 
bens mehrmals, worauf eine Beschleunigung der Respirations- 
bewegungen und eine Art Schreien erfolgte, das weniger dem 
gewöhnlichen Winseln der Kinder, als vielmehr einer Art Sin- 
gultus zu vergleichen war, Die Augenlider waren offen und 
wie Augäpfel ung Zunge unbeweglich. Der ‚Mund, war immer 
etwas geöffnet. Das Kind starb nach der angegebenen Zeit. Die 
Section zeigte, dass von dem Cranium nur die Basis vorhanden, 
Die Knochen, von denen diese gebildet wird, waren sehr stark, 
fest miteinander verwachsen, kounten aber nicht genau von ein- 
ander unterschieden werden, sondern bildeten eine unkenntliche, 
unregelmässige Masse. Keine Spur weder von dem grossen, noch 
von dem kleinen Gehirne, noch von dem verlängerten Rücken- 
marke, noch von den Gehirnhäuten war anzutreffen, und an der 
Basis des Schädels fand sich kein Zeichen von austretenden Ner- 
ven. Das Rückenmark nahm seinen Ursprung oben unter der 
Haut des Halses in dem beschriebenen warzenförmigen Körper. 
Das Rückenmark selbst und die aus ihm entspringenden Nerven 
schienen etwas dünner, als gewöhnlich, zu seyn. Die Nerven, 
die aus dem Gehirne und verlängerten Rückenmarke entsprin- 
gen, waren in ihren respectiven Organen vorhauden, verschwan- 
Sunmmarium d. Medici. 1833 IV. 29
	        
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