Full text: (4. Band = 1833, No 1-No 8)

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VL Gynäkologie\ und Pädiatrik, 
rus; es traten Contractionen ein; die Strictur war tiefer herab- 
gerückt; allmählich drangen die Finger einzeln leicht in die Ge- 
bärmutterhöhle, die gelöste Placenta wurde olıne Mühe entfernt, 
der Uterus zog sich kräftig zusammen; die Strietur trug zur 
Bildung des Mutterhalses bei. Die sehr erschöpfte Frau genas 
endlich bei anhaltend stärkender Behandlung nach Verlauf von 
6 Wochen. — B. Einige Bemerkungen über Einsackung 
der Placenta. KEinsperrung, Einsackung, Einklemmung der 
Piacenta nennt die Schule die Zurückhaltuug der gelösten oder 
nicht gelösten Placenta in einem durch krampfhafte Zusammen- 
giehung in irgend einem Theile des Uterus regelwidrig gebilde- 
ten Sacke, dessen Form sehr verschieden beschrieben wird; sie 
sall in jedem Theile des Uterus vorkommen können und dessen 
natürliche Höhle in 2 Höhlen oder-Säcke theilen, so dass, wenn 
man mit der Hand durch den naturgemässen Muttermund durch- 
gegangen, man in die natürliche Höhle des Uterus gelange, de- 
ren obere Wand durch die krampfhaft zusammengezogene Stelle 
gebildet werde, in welcher sich wiederum ein künstlich gebilde- 
ter Muttermund (ein Loch) befinde, welcher den Zugang zu der 
zweiten, regelwidrig gebildeten Höhle ausmache, in der die Pla- 
centa ganz oder theilweise gelöst oder noch ungetrennt sich be- 
finde. Seit LEvreTt findet sich diese Lehre nur mit geringen 
Modificationen fast in allen Lehrbüchern. Peu erwähnt das Ue- 
bel zuerst (1694), erklärt es für sehr selten und hält eine ur- 
gprüngliche, den Uterus in 2 Höhlen theilende Missgestaltung 
desselben für die Ursache. Hrısrer beschreibt sie genauer, und 
schon HARTRUNST, STUART, MeyrFeLD u. A. theilen Beobachtun- 
gen. darüber mit. Aber schon die berühmte und erfahrene Sıe- 
GEMUNDIN stellte im Jahre 1690 die Ansicht auf, dass die Ein- 
schnürung durch den inneren Muttermund geschehe; Bau- 
DELOCQUE’S , JoHN CC. Dovueihe’s, NägeLE)s und des Verf’s Be- 
obachtungen stimmen genau mit dieser überein. ZELLER v. ZEL- 
LERBERG hält die 2fache Höhle des Uterus für Täuschung und 
den hohen Stand des Muttermundes für die Folge der in die 
Länge gezogenen Scheide. — Auch Wızm. Jos. SchHwrr erklärt 
sich gegen die Ansicht, dass die Einschnürung in dem Körper 
des Uterus geschehe; er scheint aber anzunehmen, dass die- 
selbe durch den äusseren Muttermund bewirkt, und dass die 
wahrnehmbare untere Höhle (der untere Sack) durch die aus- 
gedehnte Scheide gebildet werde. — Aber offenbar beru- 
hen alle entgegengesetzte Meinungen auf Irrthum, die Ein- 
schnürung geschieht immer nur durch den inneren Mutter- 
mund. Die erste oder unterste Höhle bildet der in der Rück- 
bildung begriffene Mutterhals, von oben wird sie durch den 
Inneren, von unten durch den äusseren Muttermund 
begränzt; die untere Höhle ist demnach der Mutterhals- 
Canal; die zweite, obere, über der Einschnürung befindliche 
Höhle, der unter so verschiedenen Formen beschriebene Sack.
	        
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