Full text: (4. Band = 1833, No 1-No 8)

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IV. Gynäkologie und Pädiatrik, 
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bald wieder vorüber, später dauerten sie länger und zuletzt so lange, 
bis sich im Kreuze der Mutter ein schmerzhaftes Ziehen einstellte, 
Begannen die Wehen, so wurden diese Erscheinungen intensiver 
und zeigten sich in der dritten und besonders in der vierten 
Geburtszeit so deutlich, dass der Geübte es mehrere Secunden 
vorher wissen konnte, wenn die Wehe eintreten würde, denn 
bald nach diesem Phänomene stellte sich eine der aufgelegten 
Hand anfangs kaum wahrnehmbare Bewegung im Muttergrunde 
ein, die sich langsam dem Mutterkörper mittheilte und dann zur 
Wehe wurde. Konnte man während der Wehe die Untersuchung 
fortsetzen, so bemerkte man, wie sich zunächst der Herzschlag 
des Kindes allmählich wieder beruhigte und normal wurde und 
erst, wenn dies geschehen war, liess die Wehe langsam nach. 
Je schneller aber später die Wehen aufeinander folgten, um so 
weniger bemerkte man dergleichen langsame Uebergänge, Mit 
der Placentar - Pulsation war es gerade entgegengesetzt, so dass 
diese gegen die Geburt hin nicht nur viel schwächer, als früher, 
wahrgenommen wurde, sondern auch kurz vor der Geburt, in 
den Intervallen der Wehen, kaum hörbar war und mit Eintritt 
der Wehen immer ganz aufhörte. Beim Neugeborenen blieb der 
Herzschlag frequent und unregelmässig, bis Athmungsprocess 
und Circulation des Blutes durch die Lungen sich regulirt hat- 
ten, wo dann die Schläge gleichmässiger und langsamer wurden 
und meist bis auf 115 herabgingen. [ Mediein. Zeitung vom 
Vereine für Heilkunde in Preussen, 1832, Nr. 1.] (K—e.) 
26. Cholera bei Schwangern; briefliche Mittheilung 
des Dr. Baseoow in Merseburg an Hof- u. Medicinalr. Dr. OLBERG 
in Dessau. Wenn die Schwangerschaft, wie es in Halle schien, 
zur Cholera disponirt, so ist dies wohl in Geneigtheit der 
Schwangern zur Plethora abdominalis und in Störung des Gleich- 
gewichtes in der Gangliennervensphäre durch mechanischen 
Druck und Verschiebung und physiologische Sympalthieen hbe- 
gründet, und Erkältung durch Abstehen der Kleidung, sowie Be- 
friedigung des oft übermässigen oder krankhaften Appetites ge- 
ben leicht Gelegenheitsursachen ab. — B. glaubt nun bei Cho- 
lera der Schwangern ein Verfahren eingeschlagen zu haben, mit 
dem man dem paralysirten Organismus mit bestem Erfolge einen 
starken Sporn zur Reaction beibringen kann. Dies Verfahren 
ist aber kein anderes, als künstlich eine Frühgeburt einzuleiten, 
und der nachstehende Fall ist in dieser Beziehung gewiss wich- 
tig. Eine junge, untersetzte, früher immer gesunde Frau er- 
krankte im letzten Monate der ersten Schwangerschaft ohne 
Vorboten an hefenartiger, sehr profuser Diarrhöe und schaumi- 
gem Krbrechen, welche unter fortschreitendem Collapsus bald 
die Beschaffenheit der Choleraausleerungen annahmen. Schon 
am Abende des zweiten Krankheitstages war der Zustand der 
Kranken von der Art, dass die Vorhersage sehr schlecht ausfiel. 
Kindesbewegungen waren seit Abends 9 Uhr des ersten Tages
	        
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