Full text: (4. Band = 1833, No 1-No 8)

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VL Gynäkologie und Pädiatrik. 
lich ausgedehnt, der Muttergrund 3 Finger hoch über dem Na- 
bel nach rechts fühlbar, der ganze Uterus länglich geformt, hart, 
contrahirt, zwei bis drei Finger breit über dem Schambogen 
eine contrahirte Stelle in demselben. Da ein Finger den unte- 
ren Gebärmutterabschnitt nicht erreichte, so liess sich erst mit 
4 hoch oben ein gelöster Theil der Placenta vorliegend fühlen, 
Ein Versuch, diese mit der ganzen eingebrachten Hand zu fas- 
sen und unter gelindem Anziehen der Nabelschnur um ihre 
Achse zu drehen, misslang, da sie nicht völlig gelöst war, und 
es trat von neuem Blutfluss ein. Bei tieferem Eindringen mit 
der rechten Hand fand F,. eine leicht zusammengezogene Stelle, 
durch welche er leicht drang. Noch über 2 Zoll höher aufwärts 
fühlte er nun 2 bis 3 Finger über dem Schambogen eine die 
Placenta einschnürende Stelle. Nur mit Anstrengung brachte er 
den Zeigefinger dazwischen, und unter gelindem Reiben der Ge- 
gend des Muttergrundes und innerlicher Darreichung von Tinct. 
theb. drang er endlich durch die Einschnürung, fand die Pla- 
centa rechts am Fundus aufsitzend, noch grösstentheils theils fa- 
serig, theils sehnig, an einigen kleinen Stellen knorpelig ver- 
wachsen, trennte sie mit vieler Mühe und entfernte sie. So- 
gleich contrahirte sich der Uterus gehörig, und die Blutung hörte 
auf. Das Wochenbett verlief normal. — 2). Eine 27jährige, 
schwächliche, hysterische, von Unterleibs- und Brustkrämpfen 
geplagte, erdfahl aussehende Brünette, die schon 3 Mal normal 
{zeboren hatte, abortirte am 29. Dec. 1830 Morgens 6 Uhr im 
‚Aufange des 5. Monats. Die Nachgeburt war noch zurück, und 
in Folge von heftigem, anhaltendem Blutflusse wiederholt Ohn- 
znacht eingetreten. Der Abends herbeigerufene Verf. fand den 
Puls matt, klein, härtlich, zusammengezogen; das Gesicht einge- 
fallen, todtenbleich, von Angst entstellt; Hände und Füsse kalt. 
Mit schwacher, ängstlicher Stimme klagte die Frau über grosse 
Sichmerzen im Unterleibe, heftiges, schmerzhaftes Ziehen im 
Becken, starken Durst. Der Bauch schmerzte bei der Berüh- 
rung. Der Uterus stand im Verhältnisse zur Zeit der Schwan- 
gzerschaft sehr hoch, sein Grund 1 Zoll über dem Nabel nach 
yechts, und war kaum mit einem Finger zu erreichen. Da F. 
«ine theilweise Lostrennung der Placenta vermuthete, so ging 
ıer schnell mit der Hand in die Scheide ein und durch den Mut- 
;termund, fand aber keine Placenta (der Nabelstrang war schon 
am Mittage abgerissen) und schloss nun, dass dies nicht die 
Gebärmutterhöhle sey, und dass er es mit einer Einsackung zu 
thun habe. Ktwa 14} Zoll über dem Schambogen nach links war 
die Einschnürung 80 eng und fest, dass sie unter. gelindem Rei- 
ben des Muttergrundes und Darreichung von Tinct, theb. erst 
nach 10 Minuten mühevoll durch allmähliches Einbringen der 
‚Finger gehoben und die nun erreichbare, bereits grösstentheils 
‚getrennte, nur an einigen Stellen faserig an der rechten Seite 
ıles Fundas abhärirende Placenta leicht getrenut und entfernt
	        
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