Full text: (4. Band = 1833, No 1-No 8)

126 Ik Pathotogie, Therapfe und medieinfsche Klinik, 
entstehen kann, als könne die Krankheit selbst allein auch von 
Ueberladung des Magens mit schweren Speisen, ohne Mutter- 
kornstoff, erzeugt werden, zumal sich in ganz einzelnen Fällen 
noch ein Herumlaufen, der Menschen im Kreise (wie bei der 
Drehkrankheit der Schafe), oder völlige Gedächtnisslosigkeit mit 
sehr erweiterter Pupille, oder ein Zustand, der sich bei Kin- 
dern in der Schule lediglich dnrch verkehrtes Lesen und Schrei- 
ben ausprach, hinzu gesellte. Diese Zufälle unterscheiden sich 
aber von der wahren Kriebelkrankheit dadurch leicht, 1) dass 
das Kriebeln, oder das eigene Gefühl, als liefen Würmer in oder 
unter der Haut, oder wie dies die Kranken sonst schr verschieden 
beschrieben, fehltz 2) dass ein wirklich anhaltender Starrkrampf 
in den Extremitäten hierbei nicht Statt ‚findet, sondern nur 
Hüchtige Gefühle davon obwalten; 3) dass ein selcher Zustand 
lediglich den Körper betriftt, der früher die wirkliche Kriebel- 
krankheit überstanden hatte. — Ausser ‘diesem Folgeübel gehö- 
ren noch zu den Nachkrankheiten Epilepsieen, Gemüthsumstimmun- 
gen, Gedächtnissmangel, feste Verwachsung der Hände.in Krie- 
belkrampfstellung und eine Neigung zum Nervenschlage. [Hu- 
feland’s Journ. d. prakt. Heilk., Septbr. 18332 ] (Fr.) 
309. Zwölfwöchentliche und dennoch glücklich 
beseitigte Harnverhaltung mit: darauf folgender 
Blennorrhöe der Blase. Grosser Nutzen des Wil- 
dunger Wassers in Blasenkrankheiten. Von C. W. 
HoreLAndD. — Der Gegenstand dieser Beobachtung ist der. Verf. 
selbst. Bei einer zwar nicht robusten, mittiern, im Ganzen ‚aber 
gesunden und nicht leicht aus dem Gleichgewichte zu bringenden 
Constitution erreichte er sein 70. Jahr, ohne je in seinem Le- 
ben an Harnbeschwerden gelitten und eine notable Krankheit 
gehabt zu haben, mit Ausnahme einer rheumatischen und höä- 
morrhoidalischen Disposition, die ihm von jeher erblich eigen 
waren, und von denen die letztere sich durch mancherlei Mo- 
lim. haemorrhoid, , besonders Congestionen nach dem Herzen 
auszeichnete.. Im KFrühjahre 1831 bekam er heftige Rücken- 
schmerzen, welche ‚durch Bintentziehungen , Anthiphlogistica ge- 
mindert, und, als sie einen periodischen Typus annahmen, durch 
den Gebrauch des Chinins völlig beseitigt wurden. Anfangs 
Jun. stellten sich Anfälle von Schwindel ‚ein, welche nach wenig 
Tagen durch Schröpfen im Nacken völlig gehoben wurden. Ue- 
brigens befand sich Pat. wohl, nur dass er schon seit einigen Mo- 
naten ein öfteres Drängen zum Urinlassen und Schmerzen bei 
dem Ahbgange bemerkte. Plötzlich, ohne offenbare Veranlassung, 
wurde er in der Nacht vom 28. Jun. 1831 von Drängen zum 
Urinlassen aufgeweckt und konnte keinen Tropfen lassen. . Das 
Drängen zum Uriniren ward immer dringender und heftiger, die 
Blase füllte sich immer mehr, es gesellte sich die fürchterlich- 
ste Angst und Unruhe hinzu, auf keiner Stelle war Ruhe zu fin- 
den, und: der Zustand stieg bis zur Verzweiflung. Da als wahr-
	        
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