Full text: (4. Band = 1833, No 1-No 8)

26 
Ill, Materia medica und Toxikologie: 
gehr bedeutende Erweiterung der Pupille hervorruft. Das letz- 
tere Präparat gleicht in Ansehen, Cousistenz und Verhalten ganz 
dem ersteren und scheint schon deshalb nicht reines Atropin, 
sondern gleichfalls ein essentielles Extract zu seyn. Es wirkt 
noch schneller, ergiebiger und dauernder, als ersteres, ohne für’s 
Auge reizender und angreifender zu seyn. Beide Präparate hat 
0. nie ohne gewünschten Erfolg angewendet. Will man die Ke- 
ratonyxis machen, so kann man Abends vorher eine Lösung des 
einen oder des andern anwenden, und man wird am Morgen die 
Pupille gewiss erweitert finden. Nur sehr selten hatte es O. 
nöthig, diese Mittel noch einmal anzuwenden. Die Erweiterung 
dauert in gesunden Tagen 3—4 Tage und lässt keine Schwäche, 
oder ein anderes unangenehmes Gefühl zurück. Ausser der Si- 
eherheit der beabsichtigten Wirkung gewährt auch die Schnel- 
ligkeit derselben einen grossen Vortheil bei Untersuchung krän- 
ker Augen, besonders bei vom Arzte entfernt wohnenden Kranken. 
Und wie nöthig oft zu einer richtigen Diagnose die künstliche 
Erweiterung der Pupille ist, weiss ja jeder Augenarzt. Kine 
besondere Erwähnung verdient aber die Unschädlichkeit, so wie 
die milde und sehr wenig reizende Einwirkung dieser Präparate. 
Es ist nicht nur das Schmerzgefühl bei Anwendung derselben 
höchst unbedeutend und vorübergehend, sondern es hat auch 
0. nie danach irgend nachtheilige Folgen, z. B. Entzündung, Läh- 
mung der Iris u. s. w. wahrgenommen. Die völlige Unschädlich- 
keit dieser Mittel hat sich wiederholt dem Verf. dadurch bewie- 
sen, dass die gewöhnliche Auflösung und Verdünnung mit Was- 
ser jahrelang. bei angeborener Cataracta centralis angeweudet 
wurde, ohne bei fortdauernder Wirkung nur den geringsten 
Nachtheil für die Iris zu erkennen zu geben. Welche Erleich- 
terung übrigeus die ein- bis zweimalige Anwendung dieser Mit- 
tel bei denen schafft, die am eben genannten Uebel leiden, ist 
wohl sattsam bekannt. Dies unschädliche Palliativmittel lässt die 
Radicalhülfe der Operation, die gerade bei dieser Art des grauen 
Staars in der Regel nicht anwendbar ist, gewöhnlich entbehren. 
[v. Ammon’s Zeitschr, f. Ophthalm., Bd. 2, Hft. 2.) (K—e.) 
19. Perubalsam als Augenmittel. Ein Uhrmacher, 
Maıworrt, zu Opladen bei Düsseldorf, hatte, weil er durch den 
äusserlichen Gebrauch des Perubalsams und eine Auflösung von 
schwefelsaurem Kupfer und schwefelsaurem Zink in Wasser alle 
Arten Augenübel mit dem glücklichsten Erfolge behandelt haben 
wollte, bei einer hohen Behörde um einen Gnadengehalt nach- 
gesucht. Es wurden daher im Charite-Krankenhause unter JÜNGKEN 
Versuche mit dem Perubalsam als Augenmittel. angestellt, aus 
denen sich ergab, dass derselbe, nach Maıwort’s Empfehlung, 
unvermischt in’s Auge gestrichen, dieses heftig reizt, unerträg- 
liche Schmerzen hervorbringt und sehr nachtheilig und gefähr- 
lich werden kann. [Med. Zeit. v. Vereine f. Heilk. in Preussen, 
No. 13.) (K—e.)
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.