Full text: (4. Band = 1833, No 1-No 8)

ll. Materia medica und Toxikologie. 3865 
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und ohne grosse Beleidigung des Auges auf Erweiterung der Pu- 
pille wirken würde. So viele Mühe er sich aber auch gab, aus 
Paris, Berlin u. s. w. die fraglichen Alkaloide zu erhalten, so 
wurden doch bald die, bald jene Ausflüchte gemacht, und O. 
hat sie bis jetzt noch nicht bekommen. Wohl aber haben ihm 
ausgezeichnete Chemiker andere Präparate mitgetheilt, die in 
ihrer Wirkung kaum etwas zu wünschen übrig liessen, weshalb 
die Kenntniss derselben auch anderen Augenärzten willkommen 
und angenehm seyn dürfte. Zuerst schickte BRANDES folgende 
Vorschrift zur Bereitung des essentiellen Bilsensamenextractes: 
Ein Pfund ganz frischer gepulverter Bilsensamen wird mit 6 Pfund 
völlig entfuseltem Weingeiste von 0,85° spec. Gew. bei einer 
Temperatur von 60 — %0° R. in einem gläsernen, mit Helm und 
Vorlage geschlossenen Kolben digerirt. Nach Erkalten der Flüs- 
sigkeit wird dieselbe vom Samen getrennt, der letztere nochmals 
mit 6 Pfund gleichem Weingeiste behandelt und dies Verfahren 
nochmals wiederholt, bis nach der letzten 72stündigen Digestion 
der Weingeist nichts mehr von in demselben auflöslichen Theilen 
aufnimmt. Nun werden alle alkoholischen Auszüge vereinigt und 
filtrirt, das Filtrat in einen gläsernen Destillationsapparat ge- 
bracht und der Weingeist bei einer den Siedepunkt nicht errei- 
chenden Temperatur tropfenweise abgezogen. Die so concentrir- 
ten Auszüge werden in einer Porzellanschale bei höchst gelin- 
der Wärme bis fast zum Trocknen eingedunstet, das harzige 
Extract mit kaltem destillirtem Wasser so lange, als letzteres 
noch etwas auflöst, behandelt und die Auflösungen filtrirt. Das 
Filtrat enthält nur das wässerige Extract in Auflösung, das nun 
auch bei höchst gelinder Wärme bis zur gewünschten Consistenz 
verdickt wird. — Nächstdem theilte Wırrstocx in Berlin fol- 
gende Vorschrift zur Bereitung des Atropins mit: Die Fol, Bella- 
donnae werden mit Alkohol und etwas verdünnter Schwefelsäure 
nach Art der Tineturen abgezogen und der Spiritus durch Ab- 
destilliren entfernt. Der Rückstand wird in Wasser gelöst, fil- 
trirt und so lange, als noch Niederschlag entsteht, Acet. saturn. 
zugesetzt. Nach Erwärmen der Flüssigkeit wird filtrirt und 
zum Filtrat erst Schwefelsäure und dann Schwefelwasserstoffzas 
so lange gebracht, bis alles Bleioxyd gefällt ist. Dann wird 
die Flüssigkeit mit Magnesia im Wasserbade bis zur Extractdicke 
abgedunstet und das Kxtract in Spir. sulph. aeth. Ph. B. gelöst. 
Hierauf dunstet man die ätherische Flüssigkeit ein, löst das Ex- 
tract in Wasser, dunstet es wieder zur KExtractdicke ein, löst 
das Extract von Neuem in Spir. sulph. aeth., dunstet wieder ein, 
löst noch ein Mal in Wasser und dunstet wieder ein. — Das 
erstere Präparat von eıwas dünner Extractconsistenz sieht bräun- 
lichgelb aus und hat einen süsslichen , etwas narkotischen Geruch 
und Geschmack. Mischt man einen Gran mit einigen Tropfen 
Wasser, so erhält man eine trübe Mischung, die, mit einem 
Pinsel auf den Augapfel gebracht, nach einigen Minuten eine 
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