Full text: (4. Band = 1833, No 1-No 8)

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I. Anatomie und Physiologie, 
Prostata und dem Rectum fühlt man keinen zwischenliegenden 
Theil. — Das Uriniren geschieht im Kauern und in einem voll 
kommenen Strahle. Bisweilen hat die Person wollüstige Träume; 
sie kann aber nicht angeben, ob sie sich auf das männliche oder 
weibliche Geschlecht beziehen, aber wahrscheinlich wohl auf 
Männer. Nach den Pollutionen hängt ein weisslicher Schleim 
an den Modensäcken. Beim Beischlafe findet immer ein wollüsti- 
ges Gefühl Statt; der Penis schwillt nur in die Dicke, aber nicht 
in die Länge an, und es ergiesst sich eine schleimige Flüssig- 
keit in der Tiefe des häutigen Kanales. Zuneigung zu Frauen 
hat die Person selbst in der neuesten Zeit nie empfunden. — 
Ks ist klar, dass die Geschechtstheile der Person durchaus männ- 
lich sind und nur ein hoher Grad von Hypospadia vorhanden 
iet, Es erstreckt sich nämlich hier der Mangel der untern 
Wand der IHarnröhre bie hinter die Schambeinverbinduug, und 
die häutigen Theile des Scrotums, die sich unterhalb der ge- 
spaitenen Harnröhre vereinigen, bilden auf diese Weise eine an 
die gespaltene Harnröhre nach unten angehäugte häutige Rinne, 
welche an der Stelle, von welcher an die Harnröhre unten ge- 
schlossen ist, auch aufhört. Die spätere‘ Ausdehnung dieses 
häutigen Kanales ist wohl Folge des häufig und gewaltsam aus- 
zeübten Beischlafes. - Ob nun gleich die Geschlechtstheile der 
Person ganz männlich sind und der Charakter des Männlichen 
im ganzen Körper vorherrscht, so rechnet democh v. Fr. die 
Person zu den Zwittern aus folgenden Gründen: Die Augen- 
brauen derselben sind fein und liegen dicht anz der Bart fehlt; 
die Stimme ist nicht tief; Brust und Unterleib sind unbehaart; 
die tiefe Spaltung des Hodensackes deutet immer auf eine An- 
näherun” an die weibliche Bildung, und vorzüglich merkwürdig 
ist. der Mangel geschlechtlicher Zuneigung zu Fraven. Die Fälle, 
warn “diaei als Mädchen gelebt haben, sind nicht selten; 
man ‘oral. AnKerRmann’s Infantis androgyni,historia, Jen., 1803, 
fol. ‚Cusper’s Wochenschrift für die gesammte Heilkunde, Nr. 
S. 1633.) (H-—1.} 
29i. Fehlende linke Niere; vom Reg. Med, R. Dr. 
?4pez in Berlin. In der Leiche eines Güjährigen, durch einen 
Sturz um’s Leben gekommenen Mannes fand B. keine linke 
Niere, sondern diese I.g auf der rechten Seite, unter der rech- 
ten Niere. Beide waren mit einander verwachsen und bildeten 
eine Masse, die in der Länge 6 Zoll, in der Breite 24 Zoll 
maass und die Gestalt eines länglichen, unregelmässigen Vierecks 
hatte. Den obersten Theil nalım die rechte Niere ein, die zwar 
ihre natürliche Form hatte, aber um die Hälfte kleiner, als nor- 
mal, war und mit dem convexen äusseren Rande nach oben, 
mit dem Becken nach unten lag. Die hintere Fläche glatt und 
eben, die vordere etwas höckerig. Unter dem Becken der rech- 
teu Niere und nach innen und hinten mit ihr zusammenhängend 
lag die Iinke, beinahe viereckige Niere, mit einem convexel, 
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