Full text: (4. Band = 1833, No 1-No 8)

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VI. Thierarzneikunde. 
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gen, um der Versuchung, ihn aus dem Fenster zu stürzen, zu 
entgehen. Alles dies erzählte er selbst, zwar mit grosser Angst 
und Bekümmerniss, doch zusammenhängend. Das Selbstbewusst- 
seyn war also nicht gestört und die Freiheit noch nicht aufge- 
hoben. Der Kranke war demnach nicht wahnsinnig, wurde auch 
durch’s Carlsbad völlig hergestellt, befand sich aber unstreitig 
an der Schwelle des Wahnsinus, und hätte er, was er dachte, 
plötzlich ausgeführt, so würde die richtige Schätzung seiner 
Zurechnungsfähigkeit sehr schwer gewesen seyn. [Med, Zeit. 
x. Vereine f. Heilk. in Preussen, 1883, Nr. 1.] (K—e.) 
VI. THEIERABZNEIKUNDKE,: 
288. Die Krankheitsconstitution und die herr- 
schenden Krankheiten unter den Hansthieren im 
October, November und December 1832; vom Prof. 
Dr, Praınz zu Dresden. Im October erkrankten etwas mehr 
Hausthiere, besonders Pferde, als in den vorigen Monaten, doch 
kamen meist nur katarrhalische Uebel bei Pferden und Hunden 
und katarrhalische Bräunen‘ bei Schweinen vor. Ausserdem und 
oft zugleich litten Pferde und Hunde auch an hitzigen Rheuma- 
tismen. Unter den Verdauungskrankheiten wurden bei Pferden 
besondere entzündliche Koliken, bei Hunden Durchfälle beob- 
achtet. Mitunter sah man auch fieberhafte Mauke bei Pferden, 
und ein Hund wurde durch aufgeregten und nicht befriedigten 
Geschlechtstrieb toll. — Im November. herrschten auch katar- 
rhalische Uebel vor, doch waren sie minder zahlreich, als im 
October. | Halsentzündungen und Brustkatarrhe zeichneten sich 
besonders darunter aus, und die letzteren traten bei Pferden häu- 
fig mit krampfhaftem Husten auf. . Auch fanden sich Bei Pfer- 
den, Rindern, Schweinen und Hunden -rheumatische Fieber und 
dergleichen örtliche Leiden, und der bei 3 Pferden vorkommende 
Starrkrampf hatte denselben Charakter. Ausserdem bedingte 
Futtermangel häufige Krankheiten der Verdauung, besonders bei 
Rindern. — Im December blieb das Erkranken verhältnissmässig 
gering und nicht ausgezeichnet, doch litten Pferde und Hunde 
häufig an Brustkatarrh mit angreifendem Krampfhusten. Unter 
den Verdauungskrankheiten waren bei Pferden Koliken häufig, 
die meist von grober Fütterung bei zu grosser Ruhe entstan- 
den und somit einfache Verstopfungskoliken waren und nur ver- 
nachlässigt entzündlich wurden. Unter Hunden kam Leberent- 
zündung zum Theil mit gelbsüchtigen Zufällen, doch nur in ein- 
zeinen Fällen, vor, und einige Kälber, die früher am Durch- 
fall gelitten, zeigten einen borkenartigen Hautausschlag im Ge- 
sichte, das sogenannte Teigmal. — Die Krankheitsconstitution 
war also auch im Spätherbste keine ungewöhnliche. Wie im
	        
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