Full text: (4. Band = 1833, No 1-No 8)

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IV. Gynäkologie und Pädiatrik. 
gehr oft ist die Nabelschnur vorgefallen, oder doch leicht zu er- 
reichen, und giebt durch ihre Beschaffenheit meist sehr sichere 
Resultate. Ist ein Arm mit vorgefallen, 80 schwillt derselbe meist 
bald bedeutend an, wird blau, schwarz, brandig, wobei in der 
Regel das Leben des Kindes nicht lange besteht, oder doch be- 
stimmt auf keine Weise zu erhalten ist. UVeberhaupt stirbt be- 
kanntlich das Kind in dieser Lage leichter, selhst wenn die 
Wendung gelingt, gewiss aber, bei grosser Enge des Be- 
ckenkanals und beträchtlicher Stärke des kindlichen Körpers. 
Meistens wird jetzt diese Operation nur noch da nöthig, wo bei 
Querlagen des Kindes unwissende Hebammen die Wehen kräftig 
verarbeiten liessen, oder dieselben durch gereichte zweckwidrige 
Arzneien aufs Höchste steigerten, oder‘ gar eigenmächtig rohe 
und gewaltsame Kuthindungsversuche unternahmen; und dann in 
den Fällen, wo die Natur ein. Kind mit sehr starker oder mon- 
ströser ‘Brust oder dergleichen Unterleibe zur Geburt stellt; sie 
wird hier bisweilen selbst noch: nach bereits geborenen Füssen 
oder nach vollbrachter Wendung nöthig, jedoch dann leichter 
als ausserdem vollbracht; — Der Verf. beschreibt nun die Ope- 
ration nebst den erforderlichen Vorbereitungen nach den. be- 
kannten Regeln, ausführlich, wovon Ref. nur Folgendes aushebt: 
Wenn der vorgefallene, oft enorm angeschwollene, schwarz und 
brandig gewordene Arm des Kindes den Geburtsheifer an Ein- 
bringung seiner Hand verhindert, so soll er denselben durch: ei- 
nen bis auf die Knochen dringenden Einschnitt vom Schulterge- 
lenke bis über die Hand spalten, und die brandige Jauche aus- 
drücken; er wird dadurch die so widrige Exarticulation des Ar- 
mes auch in den Fällen noch vermeiden können, wo sie Andere 
(Heim, Samen)’ für unumgänglich nothwendig halten. — Der 
Schnitt soll immer hinlänglich gross und so gemacht werden, 
dass er dem Querdurchmesser des Beckens entspricht, weil dann 
die Entfernung der Eingeweide leichter und schmerzloser für die 
Gebärende von Statten geht; worauf die Zusammendrückung des 
früher das Hinderniss abgebenden kindlichen Theiles und somit 
auch die Wendung in den meisten Fällen leicht geschieht. — 
Liegt der Kindeskopf bei vorgefallenem Arme in der linken Seite 
der Mutter, in welchem Falle die Spitze des Brustspalters tief 
in die Achselhöhle einzusetzen ist, so ist es gut, ‘wenn die linke 
Hand des Geburtshelfers hinlänglich geübt ist, um mit ihr das 
Instrument zu handhaben, während die rechte die Schneide des- 
selben leitet. — Eine besondere Stelle zum Einstiche des Mes- 
sers hat man nicht aufzusuchen, sondern immer die zu wählen, 
die am bequemsten liegt und die leichteste Erreichung des 
Zweckes gestattet, und dies wird immer die seyn, die einen 
hinlänglich grossen Schnitt gewährt. Nur da, wo sich mit die- 
ser Stelle die Wirbelsäule oder der Brustknochen bieten sollte, 
dürfte es, wenn diese Lage nicht sollte abgeändert werden kön- 
nen, in mehrfacher Beziehung gerathener seyn, die Spaltung in 
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