Full text: (4. Band = 1833, No 1-No 8)

II. Pathologie, Therapie und medicinische Klinik. 357 
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völlige’ Herstellung herbeigeführt wurde, wozu aber im Ganzen 
52 Gran Opium nöthig waren. 17 Gran davon wurden als Pulo, 
Dov., die übrigen bloss mit Zucker gegeben, und der Kranke er- 
hielt anfangs 1 Gran p. d., später 3 Gr., und die letzten in- 
nerhalb 20 Stunden gereichten 4 Gaben waren jede 4 Gr. stark, 
In der Mitte der Krankheit wurden überdies 2 Klystire mit ei- 
ner halben Drachme Tinct, opit simpl. gesetzt, die jedoch dem 
Anscheine nach ganz ohne Wirkung blieben, Mit geringen Un- 
terbrechungen tobte der Kranke 15 Tage, und es waren durch 
stetes Reiben und Hin- und MHMerwerfen bedeutende KExcoriatio- 
nen an Schultern, Händen und besonders an der Sacralgegend 
zum Vorscheine gekommen, als endlich jener tiefe, fast 24stün- 
dige Schlaf, dem die Genesung folgte, hervorgerufen wurde. 
Die 2 Mal versuchte Anlegung von Bliutegeln an den Kopf ge- 
lang durch Unruhe des Krauken nur wenig, und noch weniger 
die Anwendung kalter Fomentationen. — Der den %. Fall bie- 
tende Kranke war ein 4öjähriger, kleiner, höchst robuster, voll- 
blütiger, dem Trunke sehr ergebener Mann. In der Nacht nach 
seiner Aufnahme in die Charite trat das Delirium tremens erst 
deutlieh und zwar mit höchst charakteristischen und schr inten- 
siven Erscheinungen hervor. Nach 1 Pfunde Sol. natr. sulph, 
(3ij Natr. sulph.) hatte er höchst copiöse Stuhlansleerungen. 
Gleichzeitig wurden 12 Unzen Blut weggelassen und der Erfolg 
abgewartet, der über Erwarten günstig war. Der Kranke schlief 
nämlich bald darauf ein und erwachte — gesund, nur etwas 
matt und mit geringer Betäubnng./, Nach 9 Tagen wurde er, da 
keine neuen Erscheinungen sich zeigten, als geheilt entlassen. 
Bemerkenswerth ist noch, dass er um diese Zeit auch von ei- 
nem gelinden, nach einem apoplektischen Anfalle vor 2 Jahren 
zurückgebliebenen Zittern der Glieder frei war. — So war denn 
also ein gleich günstiges Resultat bei gleicher Krankheit ayf 
sehr verschiedenem Wege erreicht worden, und es fragt sich 
nun, welcher Methode man den Vorzug geben soll? Kinige 
wollen jetzt jedes Delirium tremens antiphlogistisch. hehandeln, 
was‘ B. nicht möchte, da er nur für einzelne seltenere Fälle 
dies Verfahren für passend hält, Bei der bei weitem grösseren 
Zahl bleibt Opium das Hauptmittel, schliesst aber bei sehr voll- 
blütigen, jugendlichen und robusten Individuen den Aderlass 
nicht aus, Nur halte man die den Säufern meist eigene Aufge- 
dunsenheit and Röthe des Gesichts nicht für wahre Plethora. 
Blutegel und kalte Umschläge reichen hier immer, wenn sie er- 
forderlich sind, hin. Ueble Nachwirkungen vom Opinm wur- 
den durchaus nicht, selbst nicht einmal im ersten Falle beob- 
achtet. Es heilte meist c&0o, tuto et jucunde, und mehr kann 
man von einem Mittel nicht verlangen. Soll nun die rein anti- 
phlogistische Behandlung an die Stelle der älteren treten, so 
muss sie wenigstens Aehnliches leisten, was nach den Beobach- 
tungen Anderer nicht der Fall zu seyn schien, da die Fälle sich
	        
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