Full text: (4. Band = 1833, No 1-No 8)

528 I. Pathologie, Therapie und medicinische Klinik. 
ten Delirien‘ unwillkührlicher Abgang von Stuhl und Urfh erfolgt, 
Auf Fragen antwortete der Kranke mit schwerer, lallender Zunge, 
seinen Zustand schien er wenig zu fühlen, das Athmen war schwe. 
rer, der Puls häufiger, schneller, weicher, die Haut weniger 
heiss und trocken, als Tags vorher, Der Fuss, der sich nicht 
geändert, wurde mit aromatischem Kräuterpulver ‚und Kampher 
umgeben und in Werg locker eingewickelt, mit dem Getränke 
fortgefahren, innerlich aber eine Emulsion mit Kampher und 
Abends einige Gaben Moschus, p. d.. gr. jj, gereicht. Nach einer 
unrubigen Nacht, in der aber etwas Schweiss sich gefunden 
hatte, ging am 9. Tage alles schlechter. Zunge und Lippen 
waren ganz trocken, der Leib wenig gespannt und nur sehr we- 
nig schmerzhaft, Stuhl- und Urinabgang unwillkührlich,. der Puls 
häufiger, stärker, die Venen ziemlich ‚voll, Betäubung und Be- 
wusstlosigkeit vermehrt, Hervorstrecken. der Zunge und Schlu- 
cken sehr schwer, die Entzündung am Fusse stellenweise brandig, 
Gesichtsfarbe blass, gelblich, Hautwärme vermindert. Man gab 
Moschus und Kampher abwechselnd alle 1} Stunden, wusch eben 
so oft den Körper mit warmem Essig und Wasser,. und legte 
alle 3 Stunden Senfteige, doch ohne ‚Erfolg: Abends 11 Uhr 
starb der Kranke. Bei der Section zeigte sich in der Kopf- und 
Brusthöhle nichts Ungewöhnliches, ausgenommen, dass die Ge- 
fässe der weichen Hirnhant sehr strotzend waren und die Lun- 
genkammer des Herzens einen grossen, fettig sich anfühlenden 
Polypen enthielt, dessen lange Wurzeln sich weit.in die Ge- 
fässe erstreckten. Leber, Milz, Pancreas, Nieren und Harnblase 
waren gesund, die Magenhäute aber sämmtlich aufgelockert, °t- 
was erweicht, die Magengefässe erweitert, strotzend, die Ge- 
krösdrüsen vergrössert, blass. Die äussere Oberfläche. der Därme, 
besonders das Ileum, zeigte an mehreren Stellen grosse, grün- 
lich-gelbe Flecke, die innere war, Jängs des ganzen Jejunum 
und lHeum, mit unzähligen, kleinen, hirse- bis hanfkorngrossen 
Knötchen bedeckt, die nach unten sich immer mehrten und durch 
die die ganze Fläche wie mit Sand bestreut aussah. Diese Knöt- 
chen zeigten sich als Bläschen, die aus anfgelockerter, erweich- 
ter Schleimhaut und zwischen ihr und der Gefässhant ergosse- 
ner gelbgrüner Flüssigkeit bestanden, die durch Streichen zwi- 
schen beiden. Häuten fortzuschieben war, wobei die Bläschen 
schwanden, und nur kleine, grüne Flecke übrig blieben. Fasste 
man mit der Zange solche Bläschen, so rissen sie bei gelindem 
Zuge, und. man sah ein rundes Loch in der Schleimhaut, Die 
Farbe der letztern war gelblich, wo aber äusserlich die seröse 
Haut grüngelbe Flecke hatte, braungelb, und blieb dies auch. 
Auf diesen dunkleren Stellen erschienen hier und da,.der Achse 
des Darmes parallel, schmale, elliptische, 1}3—2 Zoll lange, 
3—0 Linien breite, noch dunklere, braungrüne Flecke oder Strei- 
fen.,;,deren Oberfläche netzförmig, gestrickt aussah » unter ein- 
Sagher ‚Vergrössernng ‚aber längliche.,..honigzellenähnliche, doch
	        
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