Full text: (4. Band = 1833, No 1-No 8)

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V. Staatsarzneikunde. 
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kalt baden und reichte Scheinmittel in verschiedenen Formen, 
Der Kranke that 12 Wochen Alles, glaubte häufiger, als früher, 
Erectionen zu. haben und machte nun, eines glücklichen Erfol- 
ges gewiss, einen neuen Versuch, der jedoch nicht besser, als 
alle früheren ausfiel und den Kranken zu dem Entschlusse brachte, 
Alles der Zeit und dem Zufalle zu überlassen, und nach eige- 
nem Gutdüuken zu leben. MenDe’s Behauptung, dass Männer, 
die lange keusch lebten, oft die Empfänglichkeit gegen Ge- 
schlechtsreize verlören, brachte den Verf. nun auf den Gedan- 
ken, ob nicht auch durch das länge, keusche Leben, bei grosser 
Begierde zum Beischlafe, durch die früheren, häufigen, oft lange 
anualtenden Erectionen eine Ueberreizung der Nerven, des Krector 
penis, des Harnschnellers und der übrigen hier mitwirkenden 
Muskelfasern bedingt worden sey. Diese Ansicht wurde noch 
dadurch wahrscheinlicher, dass der Kranke den Urin nicht in 
weitem Bogen hervordrängen konnte, und dass der Same mehr 
langsam abfloss. Der mit dieser Idee bekannt gemachte junge 
Mann unterwarf sich von Neuem einer streng geregelten Lebens- 
weise, befolgte pünktlich die vorgeschriebene stärkend reizende Diät 
und wendete innerlich und äusserlich flüchtig reizende Mittel an, un- 
ter denen Phosphorsäure, Kampher in kleinen Gaben, Spir, sal. amm. 
caust., Liqu. c. c. succ., Moschus und Phosphor in mannigfachen 
Formen und Verbindungen die wichtigsten waren. Obgleich aber 
diese Mittel fast ein halbes Jahr benutzt wurden, änderte sich 
doch nicht das Geringste, und der missmuthige Kranke versuchte 
daher nicht erst die Elektrieität, an die W. noch dachte, sondern 
blieb ohne Mittel, ausgenommen, dass er einige Male, und zwar 
ohne allen Erfolg, grosse Gaben Tinef. canth. (gtt. 60) und ein- 
mal auch Phosphor in Emulsion nach HurrLAnp’s Angabe nahm. 
Die Versuche, den Beischlaf zu vollziehen, hat er bis jetzt bald 
seitener, bald öfterer fortgesetzt, aber fast noch mit weniger 
günstigem Krfolge, als früher, da oft keine Erection oder nur 
eine eine kurze Zeit anhaltende erfolgt ist. Nur selten stellt sich 
jetzt am Morgen eine unvollkommene Erection ein, und die etwa 
alle 3 Wochen mit wollüstigen Träumen erscheinende Samener- 
giessung soll meist nur bei unvollkommener Erection Statt fin- 
den. — Der Verf, hat, wie er schliesslich bemerkt, diesen Fall 
nur mitgetheilt, um von erfahrenen Collegen Aufschluss über den- 
selben zu erhalten und wo möglich belehrt zu werden, wie der 
Kranke von seiner gewiss noch heilbaren Schwäche zu befreien 
sey. In dieser Beziehung ist aber vor Allem die schwere Frage 
zu lösen, wodurch die vorhandene Impotenz bedingt werde. Die 
oben aufgestellte Meinung, dass lange Enthaltsamkeit UVeberrei- 
reizung und Schwäche der den Penis erigirenden und den Sa- 
men auspritzenden Muskeln bewirkt haben könne, ‚wird dadurch 
widerlegt, dass selbst jetzt noch Erectionen zugegen sind, und 
dass, wo diese Statt finden, gewiss auch kräftige Kjaculatio se- 
minis möglich seyn muss. Auch findet sich wohl nirgends ein 
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