Full text: (4. Band = 1833, No 1-No 8)

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V. Staatsarzneikunde. 
301 
des Körpers gebundenen Seele der psychische Zustand abnorm 
gefunden wird; ob im Geiste, ob im Gemüthe, oder ob in dem 
Willen. Es können aber zugleich in mehreren Regionen der 
Seele Abnormitäten: seyn; es muss deshalb nicht nach ‚einer, 
sondern nach allen geforscht werden. Selbst in dem somati- 
schen und psychischen Temperamente des Menschen kann ein 
Keim liegen, der nur der Befruchtung durch einen von innen 
oder aussen kommenden Reiz bedarf, um sogleich als wirkliche 
Seelenkrankheit zum Ausbruche zu kommen. - Also auch dieses 
hat der gerichtliche: Arzt zu beachten und jedesmal nach den 
Ursachen einer Seelenkrankheit zu forschen. Noch schwieriger 
ist die Untersuchung eines vergangenen Seelenzustandes, da er, 
wie wir wissen, bloss periodisch seyn kann. Es fragt sich dem- 
nach zunächst, ob früher schon vielleicht mehrmals ein solcher 
Intervalle habender, kranker Seelenzustand vorhanden gewesen, 
oder ob er zum ersten Male Statt finde. Endlich führt auch 
die Achtsamkeit auf deutlich hervorgehende Motive zu der Hand- 
lung schon auf die Erkenntniss, ob wirklich ein kranker Seelen- 
zustand da ist, oder da gewesen ist, oder nicht. [Wildberg’s 
Magazin, B. I, H. 2.) (V—t.) + 
228. Ueber die, dem gerichtlichen Arzte sowohl, 
als auch dem Richter obliegende. Entwickelung des 
Thatbestandes. Den von Masıvs in seinem Handbuche ge- 
gebenen Begriff von Thatbestand nennt Verf. durchaus falsch 
und will darunter nichts anderes ‘verstanden wissen, als den In- 
begriff‘ aller derjenigen Umstände, durch welche der Causalzu- 
sammenhang der an einem Menschen vorliegenden Folgen mit 
einer an demselben verübten gewaltsamen Handlung in das Licht 
gestellt wird, insofern dies nach physischen und arzeneiwissen- 
schaftlichen Grundsätzen möglich ist. Zu dem 'Thatbestande in 
gerichtlich - medicinischem Sinne gehört also weiter nichts, als: 
1) die Handlung des Verletzens als Ursache, 2) die an dem 
Körper eines Menschen durch solche Handlung verursachte Ver- 
letzung als Wirkung und 8) der durch diese Wirkung der ge- 
waltsamen Handlung veranlasste Tod als Folge. Unter, Corpus 
delicti reale ist der Inbegriff aller derjenigen Umstände zu ver- 
stehen, durch welche die Handlung an sich in Beziehung auf 
den Erfolg als Ursache desselben erscheint. Corpus delicti per- 
sonale ist der Inbegriff aller derjenigen Eigenschaften und Ver- 
hältnisse sowohl des Verletzten,‘ als auch des Thäters, welche 
in Rücksicht des Erfolgs der Handlung in Betracht kommen und 
die Erkenntniss der Handlung als Ursache des Erfolgs erleich- 
tern und vergewissern. Zur Entwickelung des Thatbestandes 
geht der gerichtliche Arzt von dem Physischen, d. h. von den 
Folgen aus und erforscht die Ursache. Der Richter aber geht von 
der gewaltsamen Handlung und deren Urheber aus, und schreitet 
zu den Wirkungen der Handlung und von diesen zn ihrer Folge, 
dem Tode, über. Der gerichtliche Arzt hat es also besonders
	        
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