Full text: (4. Band = 1833, No 1-No 8)

{I. Pathologie, Therapie und medielnische Klinik: 279 
gewisse Jahre schützten, sondern er hält die Schutzkraft für dauernd, 
wenn die Kuhpocken vollständig verlaufen und nicht aufgerissen 
worden sind, doch meint er, dass eine Revaccination zur völli- 
gen Sicherheit nicht unnöthig sey. Auf die Narben von Schutz- 
pocken baut er nicht allein, da bisweilen die Pocken vor Ein- 
tritt der peripherischen Röthe weggekratzt werden, wo dann 
tiefe Narben zurückbleiben, ohne dass eine solche Impfung voll- 
ständig schützt. Bei Revaccinationen erhielt S. zuweilen, wenn 
die Schutzpocken vor dem 6.— 7. Tage ganz weggerissen Wor- 
den waren, ächte Kuhpocken, häufiger aber kamen unächte zum 
Vorschein. Eine dritte Vaccination war immer ohne Erfolg. — 
Kinder mit Milchschorf und Kopfgrind impft der Verf. nie, da 
die Vaccination dann nicht vollständig schützt. Zwei Mal sah 
er bei während des Milchschorfes Geimpften vollkommen und 
normal verlaufende Kuhpocken, als nach einigen Jahren die 
Revaccination vorgenommen wurde. — ‘Auch hält er es für un- 
statthaft, mit später als nach dem 8. Tage entnommener Lymphe 
zu impfen. 1827 brachen nach Vaceination mit solcher Lymphe 
bei 26 Personen; bei denen keine Spur einer Narbe zu bemer- 
ken war, die aber doch die Kuhpocken überstanden haben woll- 
ten, natürliche Pocken aus. Da von diesen Personen weiter 
geimpft. worden war, so wurde eine Revaccination ‚unternommen; 
und man sah regelmässig verlaufende Kuhpocken. [Clarus’s und 
Radius’s wöchentl. Beiträge zur medicinischen u. chirurgischen 
Klinik, Nr. 1.] (K—e.) 
20%. Ansicht über die von Dr. GieRL beschrie- 
bene zitternde Bewegung der techten Hand seines 
Patienten, wenn. die Hand sich zum Schreiben an- 
schickt (Summarium, Bd. Il, Nr. 22.); von Dr. ScHrRöpER 
in Rostock, S. glaubt, man könne die in Rede stehende ab- 
weichende Muskelthätigkeit nur bedingt eine krankhafte nennen} 
sie gehöre mehr zu denjenigen Erscheinungen , die, obgleich sie 
mitunter pathologischen Zuständen, besonders Krampfkrankhei- 
ten, täuschend ähnlich seyn können, in weniger auffallendem 
Grade, sowohl in physischer als psychischer Hinsicht vielfältig, 
oft jedoch unbemerkt, auf dem Gesetze der Association begrün- 
det vorkommen. Rigidität der Muskelfasern, aber auch Mangel 
an derjenigen Spannung, die den in willkührlicher Zusammen- 
ziehung begriffenen entgegengesetzten Muskeln, ohne Einfluss 
des Willens, nöthig ist, um dem bewegtem Gliede sichere Hal- 
tung zu geben und jedes Schwanken zu hindern, disponirten 
freilich zu zitternden Bewegungen , die in so fern krankhaft ge- 
nannt werden könnten, und Einreibungen von Eisenmitteln durch 
Erhebung des Tonus der z. B. durch langes Schreiben erschlaff 
ten Extensoren, oder Oeleinreibungen durch Erschlaffung der 
relativ überwiegenden Contraction der Flexoren weichen dürften. 
Eine solche krankhafte Abweichung würde sich kaum allein beim 
Schreiben zeigen, sondern vielleicht dabei nur bemerkbarer seyn,
	        
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