Full text: (4. Band = 1833, No 1-No 8)

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Il. Pathologie, Therapie und medieinische Klinik. 275 
falls zu gering, und deshalb soll man nie Kinder unter einem 
halben Jahre impfen. Für trockene Lymphe bedient sich St. 
der Schnitte, für flüssige der Stiche. Er fand zwar wenige, 
nicht stark blutende Impfwunden ausreichend, doch hält er den 
Vorschlag, deren mehrere (6—12) zu machen, für beachtenswerth, 
da sich der Empfänglichkeitsgrad nie bestimmen lässt. Weniger 
lebhaft und rasch erscheinen die Pocken auf trockner und sprö- 
der als auf zarter Haut. Man soll die Wunden, besonders wenn 
Blutstropfen hervortraten, einige Zeit der Luft aussetzen, ehe 
man sie bedeckt, damit sie etwas eintrocknen. Da die Impfung 
von Arm zu Arm jeder andern vorzuziehen ist, so fragt es sich, 
an welchem Tage die Posteln zu öffnen sind, was der Verf. 
hauptsächlich von der Witterungs- Constitution und Jahreszeit 
abhängen lässt. Bei wärmerer Witterung wird ein früherer. Tag, 
bei kälterer ein späterer gewählt, stets aber der Satz beobach- 
tet, dass die Lymphe um so geeigneter zur Vaccination ist, je 
roher und wasserheller sie erscheint, weshalb St., bei wärmerem 
Wetter, wenn es sonst möglich, schon am 7. Tage die Lymphe 
nimmt. Dicklicher Eiter ist zur Bildung ächter Pusteln nicht 
geeignet, am wenigsten soll‘ man aber aus solchen Pusteln im- 
pfen, welche schon am %. Tage starke Randröthe zeigen, un- 
gewöhnlich erhaben, weiss, durchsichtig sind und einen schma- 
len Hof haben. — Spindelförmige, in der Mitte etwas erweiterte 
Haarröhrchen, an dem Korke einer mit Wasser angefüllten 
Steinflasche befestigt, welche. an einem kühlen Orte aufbewahrt 
werden muss, oder Fischbeinstäbchen in schwarz überzogenen, 
gut verschlossenen Gläsern, die vor dem Sonnenlichte zu bewah- 
ren sind, erwiesen sich dem Verf. zur Aufbewahrung der Lymphe 
am zweckmässigsten. — Oft sah St. während des Verlaufes der 
Vaccine und kurz nach demselben heftige Zufälle, doch nie, 
dass Kinder daran gestorben wären. — Mehrere von dem Verf. 
angestellte Versuche bestätigten die Krfahrung, dass die Zer- 
störung der Impfpustel vor dem %. Tage den Erfolg der Im- 
pfung ganz aufhebt, sie aber nach dem 8. Tage nicht merklich 
stört, indem nun schon Localaffection und allgemeine Reaction 
eingetreten sind. ’ Während der Ausbildung der Schutzpocken ist 
die Empfänglichkeit für die Vaccine, und folglich auch für die 
wahren Menschenpocken, nicht aufgehoben. In einem Falle, in 
welchem am 8. Tage die Pusteln nur falschen Pocken ähnlich 
sahen, blieb zwar die wiederholte Impfung ohne Erfolg. St. 
nimmt aber dann nur an, dass die Empfänglichkeit momentan 
erloschen sey, nach einigen Jahren jedoch zurückkehre. Er 
impfte oft 7—8 Mal, einst sogar 10 Mal vergebens, bis dennoch 
im nachfolgenden Jahre die Vaceination fasste. Nach wieder- 
holten Impfungen beschleunigten die nach der zweiten Inocula- 
tion entstandenen Pusteln ihren Verlauf so, dass diejenigen, 
welche nach einer 2., am 8, Tage nach der ersten vorgenom- 
menen, Impfung entstanden, mit den frühern in einer Periode ver- 
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