Full text: (4. Band = 1833, No 1-No 8)

254) 
VI. Staatsarzneikunde. 
verarbeiteten, Gifte sind fortwährend Gegenstände der Medieinal- 
polizei; 2) wenn die Medicinalpolizei von den einzelnen Giften 
vorzüglich den Verkauf im Auge behält, so muss für angewen- 
dete Gifte vorzüglich Verarbeitung und Verfertigung des Fabri- 
kats in’s Auge gefasst werden. [v. Froriep’s Notizen, Nr. 733.) 
(K — e.) 
185. Ueber die gerichtsärztliche Berechnung der 
Schwangerschafts- und Geburtszeit unverehelich- 
ter und verehelichter Personen. Verf. meint, dass manche 
gerichtliche Aerzte das Studium der Geburtshülfe vernachlässigt 
haben und in den Lehrbüchern der gerichtlichen Mediecin nicht 
Belehrung genug über die Schwangerschaftslehre finden. Er 
zählt demnach zuerst die bekanuten ‚Fälle auf, in welchen von 
dem gerichtlichen Arzte eine genaue Berechnung der Sehwan- 
gerschafts- und Geburtszeit gefordert werden kann, und giebt 
nun an, worauf bei, einer solchen Berechnung Rücksicht zu neh- 
men ist. 1) Muss die Zeit des Statt gehabten Beischlafes. er- 
forscht werden. Das geschieht durch Befragen der Schwangern 
und des Sehwängeres oder auch deren Verwandten nach man- 
cherlei Umständen. Durch Erkundigung bei andern glaubwürdi- 
gen und unverdächtigen Personen. Durch Vergleichung aller an- 
gegebenen Umstände. 2) Die Berechnung muss: nach Mondsmo- 
naten geschehen. 3) Die Zeit, in welcher die Menstruation zum 
letzten Male erschien, muss genau ausgemittelt werden.‘ 4) Man 
muss erforschen, wann die Bewegung des Kindes fühlbar ge- 
worden, welche die Hälfte der Schwangerschaft andeutet. 5) Soll 
man auf diejenigen Veräneerungen sehen, welche mit der 
Schwangern monatlich vorgehen. Ref. kann nicht glauben, dass 
diese Metamorphosen einem Arzte unbekannt seyen. [Wildberg, 
Magazin f. g. A. W.„B. I, H. 2. 1832.) (VY—t.) 
186. Bericht von der Obduction eines todtge- 
fundenen Kindes und von der Untersuchung des Mäd- 
chens, welches dem Gerüchte nach das Kind ge- 
boren haben sollte. Das Kind war vollkommen reif und 
lebensfähig; hatte selbstständig zu leben angefangen, wie die 
Beschaffenheit der Brust mit ihren Eingeweiden bewies; es war 
also lebend geboren und nach der Geburt durch Erstickung um’s 
Leben gekommen. Für letztere Behauptung sprach, bei denz 
Mangel aller Zeichen einer andern Todesart, die Röthe und 
grössere: Dicke der Zunge, die Farbe und der Blutreichthum der 
Lungen, die Anfüllung des Herzens überhaupt und in’s Besondere 
der rechten Hälfte desselben mit vielem dunkeln, flüssigen Blute, 
und die Blutanhäufusg im Kopfe, als natürliche Folge der Blut- 
auhäufung in der rechten Herzhälfte.. Dabei ist zu bemerken, 
dass sich bei der Obductiom nichts fand, woraus man häe 
auf: die Art der Erstickung schliessen können. Es fand sich 
keine Spur: weder. von innerer noch von äusserer Ursache, und 
man schloss, dass die Erstickung unter dem Beite geschehen
	        
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