Full text: (4. Band = 1833, No 1-No 8)

2265 IV. Chirurgie und Augenheilkunde, 
schen Mitteln behutsam zu Werke gehen, denn selbst bei einer 
entzündlichen Complication werden diese Mittel in diesem Alter 
nicht lange vertragen, im Gegentheil tritt schnell Verfall der 
Kräfte nach ihnen ein, so wie auch das Kalomel immer äusserst 
schädlich wirkte, [Heidelberger kl. Annalen, Bd, Sy ie 8.] 
Hr. 
15%. Verschluckte Stecknadeln. CE TSCHERNER 
In Hirschberg rettete eine Frau, welche 2 Stecknadeln verschluckt 
hatte, die schon tief im Schlunde sassen, dadurch, dass er die 
Nadeln mit dem EckuoLD’schen Instrumente in den Magen beförderte 
und sodann Oelmixturen verordnete, Die Nadeln gingen durch 
den Stuhl ab, und die Affectionen des Schlundes und der Luft- 
röhre wurden durch die Antiphlogose beseitigt. [Zust’s Maga- 
zin, Bd. 31, Heft 2.] (H—r.) 
158. Ueber Verwahrung grosser Scrotalbrüche; 
vom Amtsphysicus Dr. Erdmann zu Dresden. Wie schwer es 
ist, grosse Scrotalbrüche mit den gewöhnlichen elastischen Bruch- 
bändern zurück zu halten, mögen letztere auch noch so sinnreich 
construirt seyn, ist hinreichend bekannt. Bei jeder Bewegung 
oder Erschütterung des Körpers gleitet sehr leicht unter der 
Pelotte der Bruch hervor, und der Druck des Bruchbandes auf 
den hervorgetretenen Bruch ruft die empfindlichste Spannung und 
Colikschmerzen hervor. Zieht man aber die Riemen stark an, 
so hält der Kranke den Druck nicht lange aus, anderer Folgen 
eines fortwährend scharf anliegenden Bruchbandes nicht zu ge- 
denken, wohin besonders Hautjucken und Friesel oder Flechten, 
die nicht selten Geschwüre an den gedrückten Theilen bilden, 
zu rechnen sind. — Da grosse Brüche wegen starker Erweiterung 
des Bauchringes sich fast nie einklemmen oder Incarcerationen 
verursachen, so muss man die unmögliche völlig normale Zurück- 
haltung nach der Reposition nicht erzwingen wollen, sondern 
sich damit begnügen, diese Leibesschaden so zu unterstützen, 
dass der Kranke weder Beschwerden, noch üblen Folgen und 
der Zunahme des Uehels ausgesetzt ist, wozu Suspensorien 
nicht hinreichen. Durch mehrere Versuche hat E. gefunden, 
dass die Reposition und Zurückhaltung des Scrotalbruches nicht 
von vorn und von oben herab, wie dies beim Pelottendrucke 
der Fall ist, sondern die Unterstützuug desselben von hinten 
nach vorn und von unten nach oben hinaufwärts be- 
werkstelligt werden müsse, Um sich von dieser Wirkung zu 
überzeugen, reponire man einen Scrotalbruch wie gewöhnlich 
mit beiden Händen und lasse diese von dem Kranken mit in 
einander geschlagenen Fingern zusammenklammern, wodurch in 
den Handtellern so viel hohler Raum gewonnen wird, dass. das 
ausgedehnte Scrotum darin Platz hat. Auf diese Weise wird 
das ganze Scrotum von unten herauf nach dem Unterleibe 
in die Höhe geschlagen, dem Bruche bleibt fast kein Raum 
übrig, um in das Scrotum hiuab zu drängen, und der Kranke
	        
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