Full text: (4. Band = 1833, No 1-No 8)

{l. Pathologie, Therapie und medicinische Klinik. 199 
Contagium angeführt hat, erklärt O. kurzweg als einer specifsch 
verschiedenen Art angehörend; waren sie mit der asiatischen Cho- 
lera dem Wesen nach übereinstimmend, so hätte man den Aus- 
bruch der Cholera asiatica an den verschiedenen Orten nicht so 
bestimmt angeben und nicht den einzelnen Punkt bezeichnen 
können, von welchem sie ausgegangen ist; Das häufige Vorkom- 
men der sporadischen Cholera als Vorbote der Epidemie wird 
durch einen Zustand von elektrischer Spannnug in der Atmo- 
sphäre erklärt, welcher zwar die Verbreitung der asiatischen be- 
günstige, nie aber ohne Contagium hinreiche, sie selbstständig 
zu erzeugen. [Lond. med. gaz., vol. X.} (B— ee.) 
134. Ueber das in H..... im Grossherzogthume 
Hessen herrschende faulige Nervenfieber; vom Med. 
R. Dr. Grarr in Darmstadt. Das darmstädtische Medieinalcol- 
legiunm, von der Grossherzoglichen Regierung aufgefordert, sein 
Gutachten über eine im Dorfe H. herrschende Epidemie abzu- 
geben, sendete den Verf. dahin. Die Epidemie bestand bereits 
seit Weihnachten 1831, und in dem kleinen Dorfe von nicht 
mehr als 474 Einwohnern waren seit jener Zeit bis zum 22. 
April 1832, an welchem G. seine erste Visitation vornahm, be- 
reits 12% Personen an ihr erkrankt und 21, meist jüngere Per- 
sonen gestorben. Die Sterblichkeit muss also im Verhältnisse 
zu der Zahl der Erkrankten gering, im‘ Verhältniss aber zu der 
Einwohnerzahl bedeutend genannt werden. Der Verf. beobach- 
tete 12 Kranke, von denen nur einer bejahrt war, die übrigen 
dem mittleren und jugendlichen Alter angehörten, und nur ein 26jäh- 
riger Mannstarb. Nach des Verf’s Beobachtungen und Nachforschun- 
gen ist der Krankheitesverlauf im Ganzen folgender: Nach nicht 
sehr heftigem, zuweilen stundenlangem Frösteln, das in mehr 
oder weniger heftige Hitze übergeht, entsteht Schwindel, Kinge- 
nommenheit des Kopfes, Druck in der Herzgrube und grosse 
Schwäche. Die Zunge ist gleich anfangs, oder erst in der Folge 
belegt. Zuweilen stellt sich Uebelkeit, zuweilen mehrere Tage 
lang Durchfall ein, letzterer jedoch ohne Erleichterung. Der 
Appetit vermindert sich immer, bei schwachem Fieber nur we- 
nig; der Durst ist anfangs nur mässig, später kaum erhöht. Die 
Zunge bekommt häufig tiefe Risse, mehr der Quere als der Länge 
nach, wird auch manchmal trocken und rauh; ihre Farbe bleibt 
beständig mehr bleich, wenigstens wird sie nie vollkommen roth. 
Gleich anfangs zeigt sich meistens ein hohler, trockner Husten, 
der zuweilen erst später kommt, selten ganz fehlt. Zuweilen 
ist der Athem beengt, höchst selten aber wahre Beängstigung 
vorhanden. Der Puls wird nie sehr schneil, oft aber langsamer, 
als im normalen Zustande; immer ist er schlaff, ohne Energie 
und macht hierin nur in den seltensten Fällen bei vollsaftigen, 
jugendlichen Subjecten eine Ausnahme auf kurze Zeit. Der 
Schlaf fehlt nie ganz, ist oft ungestört, oder stellt sich bei Tage 
ein, wenn er des Nachts fehlt. Häufig ist Neigung zu Sopor
	        
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