Full text: (4. Band = 1833, No 1-No 8)

V. Gynäkologie und Pädiatrik. 181 
Uebergrosse Thymusdrüse, welche die vollständige Respiration 
nothwendig hindern musste. Schleim oder fremde Flüssigkeiten 
in dem Munde, im Kehlkopfe und in der Luftröhre, wodurch die 
Erstickung verursacht wurde. Zurückgeschlagene Zunge. Das 
Kind hat sich bei dem Bewegen der Arme und Hände den Mund 
selbst verstopft und die Respiration gehindert. Das Kind ist 
scheintodt zur Welt gekommen, und die Erweckung des Lebens 
konnte von der Mutter nicht geschehen. Spuren von Schlagfluss 
und Umstände, die dafür sprechen. 2) In dem Fruchtanhange. 
Das Kind wurde, in den Eihäuten: eingeschlossen, geboren und 
konnte nicht sogleich befreit werden. Die Eihäute verschlossen 
dem Kinde während der Geburt Mund und Nase und in dem 
Leichname fanden sich innere Merkmale von Erstickung ohne 
Kennzeichen einer äussern Ursache. Abgerissene und nicht un- 
terbundene Nabelschnur. 3) In der Mutter. Völlig bewusstloser 
Zustand während der Geburt. Zu sehr Uebereiltwerden der 
Mutter von der Geburt. Zu grosse Schwäche der Mutter, um 
dem Kinde die zur Lebenserhaltung erforderliche Hülfe zu lei- 
sten. Aus gänzlicher Unwissenheit hervorgegangene Verabsäu- 
mung des zur Lebenserhaltung Erforderlichen. [/Fildberg’s Ma- 
gazin, Bd. 1., HM. 1.) (V—t.) 
120. Glückliche Behandlung der Cholera ei- 
ner Wöchnerin im allgemeinen Krankenhause in 
Wien; mitgetheilt von Dr. Tu. Merz in Cassel. — Brigitta 
Hagger, 22 Jahre alt, Magd, kam am 18. Oct. von der Abthei- 
lung der Schwangern in die der Cholera-Kranken. Am 8. Oct. 
gebar Patientin glücklich ein Kind, welches jedoch bald nach 
der Geburt starb. Lochien und Milch flossen sparsam, die Per- 
gon fühlte sich gesund, grämte sich jedoch sehr über den Ver- 
lust ihres Kindes; dieser Gram scheint auch die einzige Ur- 
sache ihres Erkrankens gewesen zu seyn. Nach einer gestern 
Abend und in der Nacht vorangegangenen fäculenten Diarrhöe 
zeigte sich heute früh bei ihr die Cholera durch Anfälle von 
wässerigem Erbrechen, eben solchen Stühlen und Krämpfen. Am 
18. Oct. sagte sie aus, sie habe bisjetzt. sich 10—12mal er- 
brochen und 5—6 Stühle gehabt, womit die wie gewöhnlich ge- 
staltete Flüssigkeit entleert wurde, dann wären gegen Morgen 
Krämpfe in die Knie gekommen, welche sich jetzt noch haupt- 
sächlich in dem linken Fusse zeigen, sonst keine Klage. Der 
Fall schien zu denen mittlerer Heftigkeit zu gehören, die ;Lip- 
pen waren schwach livid, das Gesicht kühl, Ohrensausen na- 
mentlich auf dem rechten Ohr, die Nase etwas spitz, die Wan- 
gen hatten ihre natürliche Farbe, über Kopfschmerz wurde ncht 
geklagt. Die Oberfläche des Körpers zeigte 27° Reaumur. Das 
Epigastrium war wenig schmerzhaft, der Leib mässig eingezogen, 
Durst heftig, Hände, Füsse wenig faltig , schwach bläulich. Urin 
war seit mehreren Stunden nicht abgegangen. Der Körper 
wurde mit Eisstücken 80 lange gerieben, bis eine allgemeine Rö-
	        
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