Full text: (4. Band = 1833, No 1-No 8)

180 V. Gynäkologie und Pädiatrik. 
der unversehrt gebliebenen Verbindung des Kindes mit dem 
Mutterkuchen ungeachtet, der Tod durch Verblutung. erfolgen. 
Wer die Gefässverbindung zwischen Mutter und Frucht, wie 
auch die Circulation des Blutes in diesen Verbindungsgefässen 
kennt, wird leicht einsehen, welche verderbliche Folgen die zu 
frühe Trennung dieser Verbindung haben muss. Wenn die Schwan- 
gere oder Gebärende durch starkes anhaltendes Nasenbluten, Blut- 
speien, durch Wunden u. s. w. einen nicht zu hemmenden Blutfluss 
erleidet, so stirbt nicht nur die Mutter, sondern auch das Kind, 
indem diesem die benöthigte Bilutmasse nicht zugeführt und die 
daseyende entzogen wird. Hierbei muss man aber auch die 
Fälle unterscheiden, in welchen das Kind vor dem dureh Blut- 
verlust erfolgten Absterben der Mutter nicht an Blutarmuth, sondern 
durch andere Veranlassungen den Tod fand. Die Fälle aber, in wel- 
chen der Tod des Kindes durch Verblutung erfolgt, obgleich der Zu- 
sammenhang desselben mit dem Mutterkuchen noch unversehrt ist, 
können vorkommen, 1) wenn der Mutter irgend etwas Gewaltsames 
begegnet, wodurch der Mutterkuchen ganz oder theilweise von 
der Gebärmutter getrennt wird; 2) wenn der, am Halse oder 
suf dem Mund der Gebärmutter sitzende Mutterkuchen sich bei 
der Geburt ganz oder grösstentheils löst, obgleich er noch im- 
mer in der Gebärmutter bleibt; 3) wenn der Mutterkuchen vor dem 
Kinde geboren und durch erwärmende Bedeckungen im Schoosse 
der Mutter noch in gleicher Wärme erhalten wird. [Wildberg’s 
Magazin, Bd. 1, H. 1.) (V—t.) 
119. Kurze Uebersicht der verschiedenen Ur- 
sachen des Absterbens reifer Kinder während und 
bald nach der Geburt. Die Ursachen liegen jedesmal in 
dem Kinde, in dem Fruchtanhange und in der Mutter. A. Das 
Kind starb während der Geburt. Man findet 1) an dem 
Kinde Merkmale, dass es schon im Mutterleibe an einem Krank- 
heitszustande gelitten hat, der nicht wohl ein längeres Leben 
gestattete, oder man findet an dem Kinde Bildungsfehler, welche 
die Geburt nothwendig haben sehr verzögern müssen. 2) In 
dem Fruchtauhange zu starke Eihäute, wodurch die Gebart ver- 
längert werden musste. Zu dünne KEihäute, welche das zu frühe 
Abfliessen des Fruchtwassers und dadurch Verzögerung der 
Geburt zur Folge hatten. Zu kurze Nabelschnur. Umschlun- 
gene Nabelschnur, Zusammengezogener Knoten in der Nabel- 
schnur. Vorgefallene, kalt gewordene und lange gedrückte Na- 
belschnur. 3) In der Mutter. Ganz ausgebliebene Wehen, 
wodurch die Geburt zu lange verzögert wird. Convulsionen der 
Mutter während des Gebärens, Zu enger Ausgang des Beckens. 
Krampfhaftes Zusammenschnüren des Muttermundes oder der 
Schliessmuskeln der Mutterscheide um den Hals des Kindes. B. 
Das Kind starb bald nach der Geburt. 1) In dem Kinde: 
Schwäche desselben, vermöge welcher es die Einflüsse, de- 
nen es bei der Gebnrt ausgesetzt wurde, nicht ertragen konnte.
	        
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