Full text: (4. Band = 1833, No 1-No 8)

V.' Gynäkologie und Pädiatrik. 
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lagen, sowohl den Schmerz in ‚einer Seite des Beckens, als 
auch wohl durch einen Schenkel hindurch, schon lange für sich. 
Eben so auch den Schmerz in Becken, so wie in einem Schen- 
kel bei manchen, besonders nicht vorrückenden Zangenoperatie- 
nen, Auch ist dem so mit dem Schmerz im Kreuze beim rha- 
chitischen Becken. Die Idee vom Druck im Becken rechtfertigt 
sich endlich besonders im pelvis justo minor, beim caput nimis 
grande und bei verheilten Brüchen des ossis sacri, In den 
Fällen nun, wo durch Druck (sey es vom Kopfe, oder vom pelvis 
justo minor, also durch sich selbst) Schmerz, und durch den 
Schmerz Verminderung der Wehen und somit der Geburtsthä- 
tigkeit entseht, kann die Zange 1) nur versuchsweise gebraucht 
werden; 2) sie darf also nicht gewaltsam gebraucht und 3) auch 
nicht lange gebraucht werden. Dagegen 4) soll sie sich von dem 
Perforatorium ablösen lassen, nicht, weil sie nicht genug zusam- 
mendrückte, sondern weil sie gar nicht zusammendrückt und 
das Hinderniss aus dem Wege zu ränmen im Stande ist; und 
5) soll sich die Zange so bald ablösen lassen, als sie gezeigt 
hat, dass Minderung des Missverhältnisses nöthig ist: oder zu- 
nächst soll sie wenigstens nicht fortgebraucht werden, um nicht, 
statt zu nützen, sogar wirklich durch Vermehrung des Drucks 
zu schaden, nämlich die Anlage zu Entzündungen, so wie die 
Affeetion des Cerebralsystems zu vermehren. Somit werde al- 
Jerdings das Operationsfeld der Zange beschränkt und das des 
Perforatoriums erweitert. Man hat also wohl hier vor allem dar- 
auf zu sehen: 1) dass man diese Art Fälle erkenne; 2) dass 
man, nach längerem KEintritte der Kopfgeschwulst, sich von ihrem 
Stillstehen überzengt hat, und endlich 3) dass man besonders bei 
eintretender Somnolenz oder Congestion nach dem Kopfe nichts mehr 
ausser der Mutter achte. Das Verhalten der Geburtsthätigkeit, der 
Schmerz im Becken, das Ver-mehren des Schmerzes bei der Zange, 
die schwierige Wirkung der Zange, der vergebliche Gebrauch der 
Venäseection, die Affection des Kopfes und 12—15 Stunden Zeit 
nach dem Wassersprunge bestimmen die Indication für den Ge- 
brauch der Zange oder des Perforatoriums. [v. Siebold’s Journal 
etc. Bl. XII, Stck. 2. 1832.] (L—t.) 
118. Ueberdie Möglichkeit des Todes durch Ver- 
blutung bei unversehrt gefundener Verbindung des 
Kindes mit dem Mutterkuchen. Die Möglichkeit der 
Fälle, wo ein Kind bei unversehrt gebliebener Verbindung des- 
selben mit dem Mutterkucheu durch die Nabelschnur, sowohl 
nach, als vor der Geburt durch Verblutung gestorben ist, ist in 
der That anerkannt, und wird hier auf’s neue durch drei Bei- 
spiele bewiesen. Dies kann 1) ausserhalb des Mutterleibes gesche- 
hen, wenn ein Kind, welches lebend zugleich mit dem Mutter- 
kuchen zur Welt kommt und, bei olınmächtigem und bewusstlo- 
sem Zustande der Mutter, im Schosse derselben und unter erwär- 
menden Bedeckungen liegen bleibt. Hier kann eine Verblutung 
Statt finden. 2) Auch im Muitterleibe kann bei reifen Kindern, 
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