Full text: (4. Band = 1833, No 1-No 8)

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V. Gynäkologie und Pädlatrik, 
mehr oder weniger unwirksame Wehen giebt. 4) Diese 
Alienation des Geburtstriebes ist es, welche man wohl bei 
sogenannter Schieflage des Uterus ausser der üblen Kopflage, 
und also besonders in den früheren Perioden der Geburt, 
wahrnimmt, und welche also zunächst einen Beweis für des 
Verf’s. Annahme von einem mehr dynamischen KEinflusse der 
Schieflage des Uterus abgiebt. Eben dies aber zeigt nun eine 
Verwandtschaft zwischen Schieflage des Uterus und Druck 
von der Lage des Kopfs, und zwar, abgesehen davon, dass 
die Lage des Kopfs eine Folge der Lage des Uterus, oder dass 
heide eine andere, aber dann doch wohl gemeinschaftliche Ur- 
sache haben, so, dass sie beide unmittelbar eine andere, als 
mechanische, Hemmung der Geburt, und zwar eine gleichartige, 
nämlich die dynamische, abgeben; dass ferner das Mittelbare 
dabei mechanischer, doch verschiedener Art ist. Endlich aber, 
und zwar nicht davon abgesehen, dass die Lage des Kopfs mit 
der Schieflage des Uterus eine ursächliche Beziehung habe, also 
den Fall wirklicher Beziehung angenommen, so tritt dadurch 
eine Verwandtschaft zwischen beiden hervor, dass die Quelle der 
Störung der Geburtsthätigkeit im Laufe der Geburt ihren Platz 
verändert, und wenn sie also früher dieselbe im Uterus selbst 
hatte, sie solche nachmals im Becken hat. Ueble Kopflagen 
und Einfluss von ihnen auf's Becken giebt es nun mehrere, 
Und ein gleicher Erfolg, nämlich Schmerz im Becken und Stö- 
rung der Geburtsthätigkeit von daher, lässt sowohl für die aus- 
gedrückte Verwandtschaft als auch für die Erweiterung der An- 
sichten in der Geburtshülfe, besonders über die von den verschie- 
denen Lagen des Kopfes, ihren Einfluss auf die Geburt, ihre 
Wichtigkeit etc. reden. DELEURYE’S Ansichten hierin‘ in Frank- 
reich und Syue1LLIE’S in England sind die besten und einzig ge- 
nialen. Zeit und Ort des Druckes treffen immer zusammen, 
wo der Kopf durch sein Verhältniss zum Becken von der Verän- 
derung seiner Lage abgehalten wird und somit Druck, Schmerz 
etc. entsteht. Aber auch das Becken begründet Druck und 
zwar einmal durch die allgemeine Verringerung seiner Capaci- 
tät, zum Andern durch den Nachlass von Fracturen des Kreuz- 
beins; endlich darch die rhachitische Beugung der oberen Aper- 
tur. Demnach wäre in Bezug auf Druck und zur Erklärung des- 
selben die besondere Stärke des Kopfes neben die allge- 
meine Verringerung der Capacität des Beckens zu stellen. 
Diese Sache, der Druck nämlich, der unter solchen Umstän- 
den entsteht, die Folgen davon, die Erkenntniss des Einen 
and Andern; so wie endlich das Verhalten der Kunst da- 
bei, und somit die veränderten Verhältnisse zwischen den Opera- 
tionen mit der Zange und dem Perforatorium, hält St. sogar 
für eine der wichtigsten Erweiterungen der Geburtshülfe. Bei ihr 
vermählt sich gleichsam das Mechanische mit dem Dynami- 
schen. Die Idee vom Druck im Becken hat, bei üblen Kopf-
	        
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