Full text: (4. Band = 1833, No 1-No 8)

176 IV. Chirurgie und Augenheilkunde. 
Wand und die Wände der Zellen zeigten sich dünn, papierartig, 
zerbrechlich. Die Nasenhöhlen waren verschoben, verengt, wor- 
aus’ sich erklärt, dass das Kind immer mit offnem Munde schlief. 
[Gazette medicale de Paris, tom, II, Nro. 124] (H—L.) 
114 Ein durch die Schere geheilter Mastdarm- 
vorfall; von Dr. MAUuGENEST in Saint - Amand - Mont - Rond, 
Ein ungefähr 10jähriger Knabe litt seit seinem 2, Jahre an ei- 
nem Mastdarmvorfalle, der in der ersten Zeit leicht zurückge- 
bracht werden konnte, was jedoch späterhin nicht mehr möglich 
war. Der Knabe konnte nicht sitzen und musste Mädchenklei- 
der tragen, weshalb er den Spottnamen Jean-le-Cotillon er- 
hielt. Als ihn M. zum ersten Male untersuchte, fand er einen 
Vorfall von 3 Zoll Länge. Die Schleimhaut war roth, schmerzhaft 
und sonderte eine eiterartige, blutige, stinkende Feuchtigkeit 
ab. Das Allgemeinbetinden war gut. Der Vorfall liess sich 
ohne grosse Mühe zurückbringen, kam aber sogleich wieder 
zum Vorscheine. M. liess den Knaben in eine passende Stellung 
bringen, schob den Mastdarm zurück und entfernte dann 4 der 
strahlenförmigen Falten, die in dem Umfange des Auus von der 
Haut und der Schleimhaut gebildet werden, jede mit einem ein- 
zigen Scherenschnitte. Ks erfolgte fast keine Blutung. Ein 
Charpietampon wurde auf den Anus applicirt, mit einer Com- 
presse bedeckt, und das Ganze vermittelst einer T-binde fest- 
gehalten. In den ersten 24 Stunden empfand der Operirte nicht 
das Bedürfniss zu Stuhle zu gehen, obgleich er sonst täglich 
gegen 12 Ausleerungen hatte. Als er zum ersten Male dies 
Bedürfniss befriedigte, fiel der Darm wieder vor, der sich je- 
doch leicht wiederum zurückbringen liess. Späterhin hat sich 
dies nicht wieder ereignet, obgleich der Knabe täglich 3 bis 
4 Stuhlausleerungen hat. Jetzt trägt endlich Jean-le- Cotillon 
Hosen. [Gazette medicale de Paris, tom. III, Nro. 124.] (H—1.) 
115. Exstirpation einer sarkomatösen Ge- 
schwulst am Oberschenkel; von Skey. Eine 47jährige 
Frau trug an der innern Seite des obern Drittels des Schenkels 
eine Geschwulst, die innerhalb fünf Jahre bis zur Grösse eines 
Pintgefässes (eine Pinte == 12 3) gewachsen war. Die Sub- 
stanz derselben war fest, nicht zusammendrückbar; die: Anhef- 
tungspunkte tief und ungewiss; der Umfang deutlicher, wenn 
die Schenkeimuskeln in "Thätigkeit versetzt wurden. ASTLEY 
Coorer hielt die Geschwulst für eine Fettgeschwulst; andere 
Aerzte waren anderer Meinung so wohl über deren Natur, als 
über die Zulässigkeit der Exstirpation. Skevr entschloss sich 
zur Operation. Nachdem er die Haut über der Geschwulst durch 
einen Längenschnitt getrennt hatte, fand er, dass sich der musc. 
gracilis und der musc. adductor magnus gerade über die Ge- 
schwulst hinweg ausbreiteten. Sie wurden durch eine zweckmäs- 
sige Lage des Schenkels erschlafft und auf die Seite gedrängt. 
Die Geschwulst war mit einer festen, der fascia ähnlichen Haut
	        
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