Full text: (4. Band = 1833, No 1-No 8)

IV. Chirurgie und Augenheilkunde. 173 
Gesundheit ungetrübt. . In dem letzten Jahre hörten die Blutun- 
gen auf, und nun nahm die Geschwulst schneller zu, wuchs 
auch nach hinten in den Rachen, wodurch das Schlingen und 
Athmen beschwerlich wurden. . Die Frau klagte oft über ihren Ma- 
gen, magerte theils durch die frühern Blutungen, theils wegen 
der Unmöglichkeit, feste Nahrungsmittel zu geniessen, sehr ab, 
bekam Durchfall, und ein hektisches Fieber beschloss die Scene. 
Die Geschwulst, welche der Arzt von jeher gern, operiren 
wollte, wozu. sich aber die Frau nicht verstand, wog, nachdem 
er sie, nach erfolgtem Tode, exstirpirt hatte, ungefähr 2 Pfund, 
war von einer höckerigen, halbknorpeligen Masse, in welche 
auch grösstentheils die rechte Seite des Unterkiefers verwandelt 
war, und liess sich, in die Kreuz und Quer, gleich festem Speck 
durchschneiden. Zwischen den einzelnen noch vorhandenen Kno- 
pzhentheilchen, welche sich durch ein Knirschen beim Durchscheiden 
zu erkennen gaben, befanden sich Zellen, die eine gallertarlige, 
zähe Feuchtigkeit enthielten. In der Gegend des Kinnes und 
unter dem Geschwüre zeigte die angegebene Masse, im Durch- 
messer eines Zolles, strahlige Stellen, gleich denen eines Fun- 
gus haematodes ohne Gefässbildung. Bei der ferneren Section 
fand. sich im untern Lappen der mit der Pleura costalis ver- 
wachsenen linken Lunge ein Hühnerei grosser Knoten, welcher, 
ausser den Knochentheilchen, von der Masse der Geschwulst 
nicht verschieden war. Kleinere, aber übrigens ganz gleiche 
Knoten waren in beiden Lungen gegen 2 Dutzend. An der Vorderseite 
des schlaffen Herzens befand sich ein Fleck von coagulirter 
Lymphe. Die Leber war ungemein vergrössert, mochte unge- 
fähr % Pfund wiegen, und 14 Schuh in der Quere, so dass sie 
die ganze linke Seite ausfüllte, und 1 Schuh in der Länge mes- 
sen. Auch ihre Substanz glich den andern Massen, nur zeigte 
sie eine weichere und knorpeligere Beschaffenheit. Im Ge- 
kröse fanden sich ebenfalls erbsen- und bohnen-grosse Aus- 
wüchse vor. Der rechte Eierstock war etwas vergrössert, sein 
Peritoneal-Deberzug lederartig verdickt, die Gebärmutter aber 
ungewöhnlich klein. Nach diesem Sectionsbefunde ist wohl nicht 
im Abrede zu stellen, dass das OÖsteosarcoma Ausfluss des 
constitutionellen Leidens war, die Operation also keinen KEr- 
folg hätte haben können. [Heidelberger Kl. Annalen, Bd, 8, 
Heft. 3.] (H—r.) 
113. Auftreibung der obern Kinnlade; von Dv- 
PUYTRE.N, Kin 7jähriges lymphatisches Mädchen hatte einen Stoss 
gegen die rechte Backe erhalten und darauf immer etwas Schmerz 
daselbst empfunden. Bald entwickelte sich eine harte Ge- 
schwulst, die an Umfang immer zunahm, obgleich von einem 
Arzte Kali caust. angewendet worden war. Die Eltern brachten 
das Kind in’s Hötel- Dieu. D. fand die rechte Wange ungeheuer 
angeschwollen, gleichsam von einer faustgrossen, hemisphärischen, 
unter der Haut liegenden Geschwulst in die Höhe getrieben.
	        
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