Full text: (4. Band = 1833, No 1-No 8)

158 IE Pathologie; Therapie und medicinische Klinik. 
2 Stunden fanden Statt, In den Anfällen war der Puls sehr 
klein und unterdrückt, bei den Remissionen aber oft sehr voll 
und fieberhaft, und ein sehr starker Blutandrang zum Gehirne 
vorhanden. — Das Einschneiden in die gänzlich vernarbte Wunde 
hielt E. nicht für zweckmässig, da sich kein fremder Körper 
darin entdecken liess, sondern er verordnete sogleich Blutegel, zu 
zweien Malen, längs des ganzen Rückgrates in reichlicher Menge 
zu setzen, und brachte durch oft wiederholte Gaben von Rici- 
nusöl einen gelinden Durchfall zuwege. Dann gab er innerlich 
das Kalom. zu 1 Gran, und das Opium in Substanz, anfänglich 
zu }, dann zu } Ciran alle 2 Stunden. Längs des Rückgrates 
liess er die graue Quecksilbersalbe zu 4 Unze alle 2 Stunden 
einreiben. Mehrere Tage wurde ununterbrochen mit diesen Mit- 
teln fortgefahren, ohne dass die Heftigkeit der Zufälle nachge- 
lassen hätte. Nach 5 Tagen setzte E. das Kalom. aus, fuhr 
aber mit dem Opium zu 4 Gran alle 2 Stunden fort; Nach 9 
Tagen dieser Behandlung und 14tägiger Dauer der Krankheit fin- 
gen die Anfälle an weniger heftig und seltener zu kommen. 
Von jetzt an nahm der Kranke die Tinct, opü simpl. in ver- 
schiedenen Vehikeln anfänglich zu 2 Skrupeln, dann zu } Drachme 
in 24 Stunden, worauf nach 7 Tagen, gegen den 21, Tag der 
Krankheit, die Zufälle des Starrkrampfs sich bis auf ein Gerin- 
ges verloren hatten, und der Kranke nach einer Nachbeband- 
hung von wenigen Wochen vollkommen hergestellt war, ohne dass 
die mindesten Spuren eines Speichelflusses sich eingestellt hät- 
ten. [Hufeland’s Journ. der prakt. Heilkunde, Jul, 1832.) (Fr.) 
100. Zwei Beispiele von durch Verbrennung ge- 
heilter Epilepsie. Dr. Moznnie in Rees beobachtete einen 
solchen interessanten Fall, wo ein seit lange epileptischer Mann 
sieh an Kopf und Stirn bedeutend verbrannte, die Wunde nach 
Jahren noch nicht geheilt ist, wohl aber von der Zeit an die 
Epilepsie. Kr stellt dabei die Frage auf, ob es nach dem Bei- 
spiele der Alten nicht rathsam seyn möchte, bei der Epilepsie 
mehr Gebrauch von dem Glüheisen zu machen? HureLAnD be- 
merkt hierbei, dass nicht das Brennen allein, sondern die nach- 
her fortdauernd unterhaltene Kiterung ihm nothwendig scheine, 
wenn die Epilepsie geheilt werden solle. — Dr. RueındorF er- 
zählt folgenden Fall: Ein unverheirathetes, einige 40 Jahre al 
tes Frauenzimmer, weiches von Kindheit an häufige epileptische 
Anfälle erlitt, stürzte in einem solchen in’s Feuer und ver- 
brannte sich heftig am Ohre, dem Backen, dem Halse, der 
Schulter und dem Arme der linken Seite. Anfänglich wurde 
diese Verbrennung mit Hausmitteln behandelt, wodurch eine 
starke Eiterung entstand, Später wurde Ru. zu Rathe gezogen; 
die eiternden Wunden heilten bald, und die Person ist seitdem, 
mehrere Jahre hindurch, von der Epilepsie ganz befreit geblie- 
hen. [Hufeland’s Journ, der prakt. Heilkunde, Jul. 1832.} (Fr.) 
101. Ein Beitrag zur Lehre von der Resorption 
Di 
zC 
u 
ZU 
£ 
nl. 
T} 
al 
FE
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.