Full text: (4. Band = 1833, No 1-No 8)

150 1. Pathologie, "Therapie und medicinische Klinik. 
war das Uebel beseitigt. Die Reizung der Fauces hatte aufge- 
hört, und die Stimme nicht nur ihren Nasenton verloren, son- 
dern auch mehr Stärke erlangt. Gleiche Resultate erhielt B, 
bei einigen Sängern. Das Aetzen der Uvula bewirkte fast im- 
mer eine sehr merkliche Zunahme der höheren Töne und ver- 
mehrte ihre sonore Kraft. Auch hat es vor dem Ausschneiden 
voraus, dass keine Rauhheiten übrig bleiben, und dass es nicht 
besonders geneigt zu Katarrhen macht, da es die "Theile nicht 
schwächt, sondern stärkt. [v. Froriep’s Notizen, Nr. 449 nach 
Kidinbd. medie, and surgie. Journ., Nr. 112, Jul, 1832.] (K—e.) 
92. Verengerung der Speiseröhre in Folge von 
Anschwellung der Drüsen derselben; von Dr. Ros. Fro- 
BıEP, Da BoyrerR, Coorer u. A. die Möglichkeit solcher schon 
früher angeführter Fälle läugnen, so ist der nachstehende wohl 
der Beachtung werth: Ein 12jähriger Knabe war früher, ausge- 
nommen dass er mehrmals und lange den Keuchhusten gehabt 
hatte, immer wohl gewesen, und nur in den letzten Jahren wa- 
ren einige Male die Halsdrüsen angeschwollen, und es hatten sich 
einige leichte Anfälle von Angina gezeigt, die jedoch bald ei- 
nem ruhigen, warmen Verhalten wichen. 14 Tage vorher, ehe 
F. befragt wurde, spürte er zuerst, ohne bekannte Ursache, 
beim Schlucken fester Speisen einige Beschwerde, während flüs- 
sige ganz gut genommen wurden. Nach einigen Tagen konnte 
er fast gar nichts Festes mehr zu sich nehmen, genoss aber 
Flüssiges fortwährend ohne jede Beschwerde. Nach Angabe des 
Kranken blieben die Speisen zuerst an einer Stelle der Verei- 
nigung des unteren und mittleren Drittels des Brustbeins ste- 
cken, bis zu welcher Stelle er leicht schluckte. War der Bis- 
sen nicht zu gross, so konnte er ihn gewaltsam und unter hef- 
tigen, nach dem Rücken ziehenden Schmerzen durch diese Stelle 
pressen; war er grösser, so geschah dies nicht, mit den Schling- 
anstrengungen nalımen die Schmerzen zu, bis Erstickungsgefahr 
und ein mit Erbrechen der Speisen endigender Brustkrampf er- 
schien. Anfänglich fand sich dies nur an der bezeichneten Stelle, 
seit einigen Tagen aber hatte der Knabe, wenn er feste Speise 
nehmen wollte, schon vom Schlundkopfe an das Gefühl von 
Wundseyn, und die Speisen schienen mehr oben stecken zu blei- 
ben. Der Knabe sah übrigens gut aus, war wohlgenährt, hatte 
ein etwas aufgedunsenes Gesicht mit dicker Oberlippe, aber sonst 
gesunde Farbe. Bei näherer Untersuchung ergab es sich, dass 
die Mandeln etwas angeschwollen waren, auch sprach der Knabe 
ein wenig durch die Nase, doch ohne Schmerzen, und in der 
Tiefe des Schlundes war die Schleimhaut etwas geröthet. Der 
Schlundstab konnte schon vom obern Ende der Speiseröhre an 
nicht so leicht, als gewöhnlich, doch ohne Schmerzen, einge- 
führt werden; die Schwierigkeit stieg, als er unter die Mitte 
des Brustbeins gelangte, und bald wurde er ganz aufgehalten, 
was etwas Schmerz und Würgen hervorbrachte. An der äus-
	        
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