Full text: (4. Band = 1833, No 1-No 8)

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Il. Pathologie, Therapie und medicinische Klinik. 133 
Blättchen ausziehen, widerstand mehr als gewöhnlich der aus- 
dehnenden Kraft und zerriss mit Geräusch. Durchschnitt man 
es, so widerstand es dem Instrumente und bewirkte einen Ton, 
als würde festes Papier durchschnitten. So fand es sich an al- 
len Theilen des Körpers. Zugleich zeigte es an mehreren Stel- 
Jen eine Bildung von Gasblasen, die im vordern und hintern Mit- 
telfelle, zwischen der Rippenpleura und den den Brustkorb bil- 
denden Organen, so wie zwischen der Lungenpleura und den 
Lungen selbst constant war, Wollte man, da diese Beschaffen- 
heit des Zellgewebes erst später beobachtet wurde, anneh- 
men, dass sie sich im weiteren Verlaufe der Epidemie ge- 
bildet habe und früher etwa übersehen worden sey, so 
würde man wohl irren, und dasselbe geschähe auch, wenn man 
die Entwickelung der Gasblasen für Folge der Fäulniss halten 
wollte. KroxaHoLz fand sogar einmal während der Krankheit 
Luftblasen in den Bedeckungen des Unterleibes. — Mit dieser 
Eigenthümlichkeit des Zellgewebes steht noch folgende der Lun- 
gen in Verbindung: Die feineren Blutgefässe der Lungensub- 
stanz sind nicht im gleichen Verhältnisse mit Blut angefüllt, als 
die grösseren, sie sind vielmehr fast blutleer und lassen aus 
den gemachten Einschnitten nur wenig und ganz hellrothes, dün- 
nes Blut ausfliessen, während das in den grösseren Blutgefässen 
der Lungen dunkelschwarz und breiartig ist. Diesem Zustande 
der feineren Lungengefässe entspricht das in gleichem Grade 
auffallende äussere Ansehen der Lungen, indem dieselben nur 
nach hinten, wo bei Rückenlage der Leichen sich das Blut an- 
gehäuft hat, dunkelblauschwarz, doch auch hier nicht selten 
kirschroth , übrigens aber nirgends dunkelblau sind, sondern eine 
fast natürliche, meist noch ‚leichtere, röthliche Färbung zeigen, 
die besonders an den Rändern und KEinschnitten der Lungen- 
lappen ziegelroth ist. Diese eigenthümliche Beschaffenheit der 
Lungen liesse sich wohl mit den oben geschilderten Eigen- 
schaften des Zellgewebes im Allgemeinen in Verbindung bringen 
und so besser erklären, als W. früher an einem anderen Orte 
versucht hat. Man fand nämlich die Lungen bald zusammen- 
gefallen, bald fest und zäh, und es ergab sich, dass oft auch 
Gasblasen zwischen der Lungenpleura und Lungensubstanz, nicht 
bloss an der Oberfläche der Lungen, sondern auch zwischen ih- 
ren grösseren und kleineren Abtheilungen zugegen waren. Wenn 
also das Zellgewebe der Lungen dieselbe Beschaffenheit zeigt, 
die in diesem Gewebe in allen Theilen nach dem Tode durch 
Cholera vorkommt, so ergiebt sich, dass die feineren, mit die- 
sem Zellgewebe zunächst in Verbindung stehenden Lungenblut- 
gefässe sowohl an freier Bewegung verlieren und so den An- 
drang des nach ihnen strömenden‘ Blutes zurückhalten, als auch 
in ihrer Verrichtung gestört werden müssen, Wird aber so im 
Leben schon weniger Blut in die feineren Gefässe geführt, so 
kanı, wie dies auch bei Cholera ist, das Athmen nur höchst
	        
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