Full text: (4. Band = 1833, No 1-No 8)

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Psychiatrie. 
Fausigelenkes; der Innere Knöchel nicht fühlbar; an der hinteren 
Fläche eine Vertiefung an der Stelle des Gelenkhügels, Verfolgte 
man mit den Fingern das Ellenbogenbein von dem Killenbogen- 
gelenke an bis zu der Hand, so fühlte man, dass es schief vor- 
wärts und nach aussen gerichtet war, indem es das untere Ende 
der Speiche kreuzte. Die Luxation des Ellenbogenbeines nach 
vorn konnte also nicht verkannt werden. Der Radius und der 
Carpus waren in ihrer natürlichen Lage. Der Kranke wurde 
unter den in der Mauer befestigten eisernen Ring gesetzt. Ein 
durch den Ring und unter der Achselgrube hinweggeführtes Tuch 
bildete die unbewegliche Gegenausdehnung. Kin anderes Tuch 
wurde durch das Ellenbogengelenk geführt und den Gehülfen 
übergeben. Der Vorderarm blieb im rechten Winkel gebeugt. 
Eine Serviette wurde an dem Handgelenke befestigt, und 3 bis 
4 Gehülfen machten die Extension. Allein die Reduction gelang 
nicht. Nun versuchte D. selbst die Extension an der Hand, die 
er stark nach der Radialseite hin beugte, indem er sich be- 
mühte, mit seinen beiden Daumen das Ellenbogenbein nach 
einwärts und rückwärts zu stossen. In der That erfolgte so- 
gleich die Reduction unter einem knarrenden Geräusche, Alle 
Difformität war augenblicklich verschwunden, und der Kranke 
konnte die Pronation und Supination, die vorher nicht möglich 
gewesen, zu Stande bringen. Kin Verband, wie der bei Brüchen 
des Vorderarmes, wurde angelegt, um eine Anschwellung zu 
verhüten. Am andern Morgen hatte sich keine Geschwulst ge- 
bildet. Der Verband wurde erneuert, und noch an demselben 
Tage reiste der Kranke nach Gisors zurück. Epikrise. In 
24 Jahren, die D. an dem Hötel-Dien angestellt ist, ist ihm 
nur ein einziger ähnlicher Fall vorgekommen: Ein Baumeister 
suchte sich gegen den Einsturz (einer Wand?) durch das Vor- 
halten seiner Hand zu schützen. Er kam in das Hötel-Dien 
und zeigte genau dieselbe Verrenkung, die so eben beschrieben 
worden, und die Reduction gelang ebenfalls unter denselben 
Handgriffen, Die Haut war in beiden Fällen nicht zerrissen. 
Die äussere Gewalt müsste ausserordentlich stark und zugleich 
der Radius gebrochen und zersplittert seyn, wenn eine solche 
Zerreissung Statt finden sollte, denn die Bänder und das Fleisch 
sind vorn an dem Handgelenke ziemlich stark. Anders verhält 
es sich mit den Luxationen nach hinten, denn da hier die Bänder 
weniger stark sind und die Hant fast unmittelbar die Knochen 
bedeckt, so wird diese auch leichter durch den processus sty- 
loideus durchbohrt. [| Gazette medicale de Paris, tom. IIL 
Nro. 117%.) (H— 
V. Ps: 
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EB. 
74. Ueber Autobiographieen geheilter Geistes- 
kranker; von Dr. IpeELER. Die höchste Aufgabe der Seelev-
	        
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