Full text: (4. Band = 1833, No 1-No 8)

106 IV. Chirurgie und Augenheilkunde. 
ring so erweitert, dass er* durch einen leisen Fingerdruck den 
schon zum Theil zurückgewichenen Bruch reponiren konnte. Es 
wurde ein gutes Bruchband angelegt, und nach einem Jahre war 
der Bauchring so verwachsen, dass jenes für immer abgelegt 
werden konnte. — Beiläufig bemerkt der Verf., dass man vor 
den kleinen Glasglocken einige von verschiedener Grösse, je nach 
der Grösse der Brüche haben müsse, so wie, dass die Haupt- 
sache, worauf es bei dieser sehr einfacheu Saugpumpe ankommt, 
ist, dass sie möglichst accurat gearbeitet sey, um das Saugen mit 
der nöthigen Kraft zu verrichten. Mit vollendeter Pünktlichkeit 
verfertigt sie der dasige Universitäts - Mechanikus ScHuBART, nur 
ist nicht zu versäumen, dass das Leder des Ventils von Zeit‘ zu 
Zeit mit etwas Oel getränkt werde. |Hufeland’s Journal der 
prakt. Heilkunde , Jul. 1832.] (Fr.) 
0. Verknöcherungen im Muskelfleische durch 
mechanische Veranlassung (d. s. Exercirknochen bei 
den Infanteristen); von Dr. Hasse. Die in der linken 
Schulter einzelner Rekruten als Produkte des Exercitiums mit dem 
Gewehre sich erzeugenden normwidrigen Knochenbildungen ver- 
dienen gewiss, da ihr Zustandekommen von so vielen Unklar- 
heiten begleitet ist, öffentlich besprochen zu werden, wie jetzt 
nur von Kumn in Potsdam und RıchHrter in Düsseldorf geschehen 
ist. Unter 600 Rekruten fand H. bei 18 solche abnorme Erzeug- 
nisse vor, deren Grösse von der einer Erbse bis zu der eines 
Gänseeies varlirte, und deren Consistenz die verschiedenen Grade 
zwischen fester Gallerte und wirklichem Knochen darstellte. 
Merkwürdig ist dabei, dass keineswegs nur die schwächlichen, 
ungelehrigen oder dyskrasischen Leute davon befallen werden, 
sondern dass das Uebel auch unter entgegengesetzten Umständen 
vorkommt. Einige Tage nach Beginn des Exercirens mit Gewehr 
zeigt sich bei den dazu Disponirten eine kleine, geröthete und 
schmerzhafte Anschwellung etwas unterhalb des Proc. coracoid., 
gerade an der Stelle, welche beim Ansetzen des Gewehrs an die 
Schulter vorzugsweise demselben preisgegeben worden ist. Wird 
der Kranke einige "Tage geschont, so zertheilt sich die Entzün- 
dung sehr bald, setzt er aber seine Uebungen fort und wäscht 
er sich wohl gar mit Spiritus, so nimmt die nun auch auf den 
Deltoid,, Biceps und Pectoralis maj. verbreitete Entzündung einen 
productiven Charakter an, wodurch Umwandlung eines willkühr- 
lichen Muskels in Knochensubstanz zu Stande kommt. KErst 
sind diese Bildungen ganglienartige, unter den Integumenten ver- 
schiebbare Knoten, später werden sie consistentere und knorpel- 
artige Massen und endlich nach 4— % Wochen beinharte Körper 
von wirklichem Knochengewebe. Die Beweglichkeit des Armes 
ist nach beseitigter Entzündung nur wenig gestört, wenn aber die 
Knochenhärte eingetreten ist, in dem Maasse nach oben und seit- 
wärts gehindert, als die leidenden Muskeln an Substanz verloren 
haben. Die bisher exstirpirten Knochenstücke waren meist 3 —
	        
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