Full text: (4. Band = 1833, No 1-No 8)

114. Materia medica und Toxikologie. 99 
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ausgesetzt und dann nochmals eine Woche lang gebraucht. Der 
Veitstanz verschwand vollkommen. Die Kranke versicherte auf 
wiederholtes Anfragen, dass sie sich anf das Mittel nur 2 oder 
3 Male, als sie es nüchtern genommen, erbrochen habe. Der 
Stuhlgang blieb regelmässig , weder eine Zunahme des Schweis- 
ses noch des Urines liess sich bemerken, der Puls erlitt keine 
Veränderung, so dass es nach Y.’s Meinung schwer hält, zu 
bestimmen, auf welche Weise das Mittel wirke. Nur Unbehagen 
und eine Art von Schmerz, die 3 bis 4 Stunden nach jeder 
Dosis anhielt, konnte die Kranke als Wirkungen des Mittels an- 
geben. — 4) Ein Knabe wurde durch die Rad. cimicif. racem. 
von dem Veitstanze vollkommen hergestellt, wie Y. von einem 
Herrn Greece erfuhr. (Sehr unvollkonımene Notiz!) Fernere 
Untersuchungen und Erfahrungen müssen lehren, ob wir an der 
genannten Wurzel eine Specificum gegen den Veitstanz und 
überhaupt gegen Nervenkrankheiten erhalten haben. — In einer 
Note zu vorstehendem Aufsatze sagt J. Guörın, Red. der Gaz. 
med. de Paris, dass als souveränes Mittel gegen den Veitstanz 
kalte Bäder und Begiessungen angesehen werden müssten. Ja- 
BELOT habe von ihnen in dem Höpital des enfans, wo die 
Krankheit nicht selten vorkomme, den grössten Nutzen gesehen; 
inzwischen versagten sie doch auch manchmal ihre Dienste, und 
dann sey es gerathen, die Rad, cimicif. rac. zu versuchen, 
[Gazette medicale de Paris, tom. III, Nr. 119.) (H—L) 
60. Indigo als Heilmittel in’ der Epilepsie und 
anderen ihr verwandten Nervenkrankheiten; vom 
Protomedicus Dr. v. LenHosseK. Da der Indigo bei Färbern 
nur, wenn sie gesund sind, die Haut blau färben soll, so kam 
Prof. Dr. v. StAaHLY auf den Gedanken, mit demselben Heil- 
versuche hei Nervenleiden, besonders bei dynamischer Kpilepsie 
und bei Convulsionen der Kinder, wo keine materielle Ursache 
vorhanden schien, anzustellen. Der überraschend glückliche Er- 
folg in einigen Fällen veranlasste ihn, dies Mittel weiter anzu- 
wenden, und so überzeugte er sich, dass es in geeigneten Fäl- 
len der Erwartung ganz entspricht und das Uebel entweder 
gänzlich hebt, oder wenigstens in- und extensiv sehr vermindert. 
Vor Kurzem hat nun v. StanLy d. S. das in Rede stehende 
Mittel in seiner Inauguralschrift: de Kpilepsia, Budae 1832, 
öffentlich bekannt gemacht, und es verdient um so mehr Em- 
pfehlung, als es, auch zu mehreren Pfunden allmählich ver- 
braucht, keinen Nachtheil bringt. In den ersten Tagen nur er- 
zeugt der Indigo eine geringe Diarrhöe, die, wenn sich die Ver- 
dauungsorgane daran gewöhnen, von selbst aufhört. Wird er täg- 
lich zu 2Unzen genommen , 80 erscheinen danach einzig Schweiss 
und Darmansleerungen blau gefärbt. — Schädliche Einflüsse 
werden bei der Cur möglichst abgewendet und, wo es nöthig 
ist, reinigt man die ersten Wege, oder entzieht Blut. - Sind die 
Kranken schon mannbar, so giebt man täglich 6—8 Mal eine 
ak
	        
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