Full text: (Bd. 2 (Jahrg. 1832) = No 9-No 16)

{f. Pathologie, Therapie und medicipische Klinik.: 89 
kranken auf sehr verschiedene Weise, doch scheint er weine 
grösste Hoffnung auf das Opium zu setzen. Kr giebt bei be- 
deutenden Krämpfen und heftigem Erbrechen Laudanum, zuerst 
zu 30 Tropfen, dann alle Viertelstunden eine um $ Tropfen 
geringere Dosis. Alle 2 oder alle Stunden reicht er einen Kss- 
Jöffel folgender Potion: Ag. menth., Ag. flor. aurant. % 3)), 
Laudan., Aether, (cujusn.®) x 3), Syr. sacch. 3j. Gegen der 
Durchfail verordnet er ein Klystier aus: Decoct. chin. 3v}j}), Kxtr. 
ratank. 3jj, Laudan, gtt. xvjjj- Gleichzeitig lässt er trockene, aro- 
matische Reibungen vornehmen, Sinapismen legen, Douchen mit 
wermem Wasser anwenden... Bei sehr bedeutendem Collapsus er- 
hält der Kranke viertelstündig 1 KEsslöffel folgender Potion s' 
Camphor. 36, Ammon. acetic. 56, Aq. menth. 3}jjj, Aether. 
3ji, Syr. sacch. 3j, und alle 3 Stunden 1 Klystier aus Camph. 
36, Vitell. ov. Nr. j, Infus. serpent. 3vjjj. Zugleich werden 
die Glieder mit 7inet. caps. ann., Ol. tereb. u. Kampherspiritus 
eingerieben. Stellen sich Zeichen von Congestionen ein, so 
Jässt K. zur Ader, setzt Blutegel und legt Blasenpflaster und 
Senfteige auf die Schenkel. Im Anfange der Reactionsperiode 
yiebt. er auch Ipecac. zu 3 bis 6 Gran, vorzüglich wenn die 
Krankheit in Folge von Diätfehlern ausgebrochen und die Zunge 
weisslich belegt ist. Vom Chinin. sulphur. und den kalten Be- 
giessungen hat er keinen Nutzen gesehen. Kranken mit vollem 
Pulse, warmer Haut und Kopfcongestionen lässt er zu Ader, 
und bei heftigem Schmerze des Epigastriums setzt er selbst in 
der Periode des Collapsus Blutegel an dasselbe an. MAILLY, 
der Arzt an demselben Spitale ist, behandelt seine Kranken im 
Ganzen genommen auf eine ähnliche Art, nur dass er das Opium 
in geringeren Gaben reicht, [@&Guzette medicale de Paris, tom. 
ILL, Nr. 39. Journ. spec, du cholera-morbus, 14. Avr. 1832. ] 
H—L1.) 
66. Die Cholera in Paris hat jetzt en A 
abgenommen. Ks kommen zwar noch immer lang anhaltende 
Krämpfe vor, allein. sie haben an Stärke verloren und weichen 
einem schmerzhaften Gefühle, einer Art von Unruhe in den 
Gliedern und dem Stamme, Die Augen sind nicht mehr auf die 
bekannte Weise entstellt; dafür zeigen sie jetzt eine eigenthüm- 
liche, mit leichter und unebener Geschwulst verbundene Röthe, 
die sich sonderbarer Weise nur so weit erstreckt, als das untere 
Lid den Bulbus bedeckt, und durch eine scharfe Linie von dem 
übrigen Theile des Bulbus abgegränzt wird. Die Stimme ist 
stärker, hat jedoch noch einen eigenen Ton, wenn gleich die 
Zunge feucht ist, und sich keine Röthe oder ‚irgend eine andere 
Veränderung in der Gegend der Glottis entdecken lässt. Der 
\ynhusartige Zustand wird jeizt immer seltener, und die Gene- 
“0 h> rm weniger zweifelhaft. [Gazette medicale de 
. 20. Journal speoial du cholera - morbus, 
(H—1.)
	        
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