Full text: (Bd. 2 (Jahrg. 1832) = No 9-No 16)

IL. Pathologie, Therapie und medicinische Klinik, 85 
durch {frühzeitige Hülfe meist schnell und glücklich beseitigt 
wird. Ty.’8s Abhandlung zerfällt in folgende Abschnitte: 1) Dauer 
und Verlauf der Cholera. Geht nicht längere Zeit ein heftiger 
Durchfall voraus, sondern tritt gleich anfangs die ausgebildete 
Krankheit auf, so folgt der Tod stets binnen 72, meistens schon 
in 24 Stunden. Es folgen der Cholera Krankheiten, wel- 
che von grossem Einflusse sind. Zu den günstigen zählt der Verf. 
die kritischen Ausschläge, welche mit den Masern einige Aehn- 
lichkeit haben. Der Ausschlag steht mehrere Tage, wonach 
sich die Haut kleienartig abschält. Zu den ungünstigen gehören 
die Erscheinungen, welche gewöhnlich typhös genannt werden, 
bei Kindern der Hydrocephalus acutus. Auch Brustaffectignen, 
Pneumonieen oder Pleuroperipneumonieen folgen der Cholera, 
Alte Personen verfallen oft, nach schon gänzlich überstandener 
Cholera, in eine Schwäche des Cerebral- Nervensystems und 
sterben an Apoplezia nervosa oder Cutarrhus pulmanım, Bei 
Vielen dauerte die Convalescenz lange, und mehrmals stellten 
sich, besondera wenn Wechselfieber vorhergegaugen waren, 
wassersüchtige Anschwellungen der unteren Extremitäten ein. 2) 
Wesen der Cholera, Die erethistische Form scheint auf einer er- 
höhten Thätigkeit des Unterleibs- Nervensystems, die paralyti- 
sche hingegen auf einer höchst verminderten, _ durch Ueberreiz 
gesunkenen Thätigkeit des Ganglieneystems des Unterleibes zu 
beruhen. 3) Ursache der Cholera. Der Verf. glaubt, dass die 
Krankheit einem flüchtigen Contagium, welches hauptsächlich 
durch die Lungen von dem Organismus aufgenommen werde, 
ihre Entstehung und Verbreitung verdanke, dass aber Alter, 
Geschlecht, vorhergegangene Krankheiten, die sich vorzugsweise 
auf das Nerven- und. Blutgefäss- System beziehen, sowie Diät- 
fehler und Witterungsveräuderungen zu Complicationen und For- 
men - Verschiedenheiten Veranlassung geben. 4) Prognose. Die 
günstigste Prognose giebt die Diarrhoea cholerica , -eine zweifel- 
hafte die eretlistische, eine schlechte die paralytische Form. 
[Die übrigen Angaben sind bekannt.] 5) Behandlung. Die Indica- 
tionen lassen sich im Allgemeinen auf Wiederherstellung des 
Gleichgewichts des Unterleibs- und Cerebral- Nervensystems mit 
seinen peripherischen Ausbreitungen zurückführen. Bei der 
Diarrhoca cholerica scheinen folgende 3 Indicationen zu berück- 
sichtigen zu seyn: a) bei gastrischen Complicationen den Nah- 
rungskanal von dem fremden Reize zu befreien, wozu Brech- 
mittel, säuretilgende, milderregende Mittel, Kohlensäure und 
kolilensaure Mugnesie hinreichen; b) die kKkrankhaft erhöhte 
Thätigkeit des Gangliensystems zu beruhigen, zu welchem 
Zwecke sich Demulcentia und das Opium in mittleren Dosen 
empfehlen; c) antagonistisch auf die Haut zu wirken, wozu 
äussere Erwärmung und Schweiss erregende Mittel erforderlich 
werden, Bei der Cholera erethistica muss man dieselben Indi- 
vatiouen erfüllen, duch kräftiger eingreifen, und den Besorzuiss
	        
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