Full text: (Bd. 2 (Jahrg. 1832) = No 9-No 16)

8 V. Chirurgie und Augenheilkunde. 
dürfte, aufmerksam. Sie besteht aber darin, dass men ein .Ge- 
misch von 4 Theilen seinen Wachses und 1 Theile Venetiani- 
schen Terpenthins schmilzt, und in ‚dem Augenblicke, wo die 
Masse wieder zum Stehen kommen will, die Geschwüre, welche 
man vorher gereinigt haben muss, mit der Masse ausfüllt, und 
nachdem ‚sie in .dem “Geschwüre wieder ‘härter geworden ist, 
einige Streifen Heftpflaster ‚darüber legt, damit ‚sich ‚das Wachs 
nicht verschieben kann. Nach 3-——4 Tagen ‚wiederholt man dies 
Verfahren, wonach sich in der ganzen Wunde Fleischwärzehen 
ansetzen, und schnelle Vernarbung erfolgt. [Jovrnal hebd, de 
Med. et Chirurg. prat., Octbr. 1631.) (H—r.) 
48. Indische Heilungsart der frischen Wunden, 
In Indien Jegt man, um frische Wunden zu heilen, gewöhnlich 
gelöschten Kalk auf ‚dieselben. Einem Holzmacher fog das Ki- 
sen von der Axt, und mit grosser Gewalt fiel ihm die Schneide 
auf den Fuss. Der Verletzte verlor viel Blut und sank in Ohn- 
macht. Man legte ‚sogleich Kalk auf die Wunde, umwickelte 
den Fuss und liess denselben ganz ruhig halten. Nach 14 Tagen 
könnte der Verwundete wieder gehen und nach 3 Wochen seine 
Arbeit, wie früher, verrichten. .{Berl. med. Zeit., Nr. ‘8, nach 
Meer Hassan lt observat..on the Musselmans in India; Lond, 
1839 (K—e.) 
"ie Operation der Phimosis fordert, wenn sie 
ganz nützen soll, mehrere Vorsichtsmaassregeln.  Schneidet man 
g. B. die Vorhaut von oben oder von der Seite ‚ein, .so entsteht 
un ungleicher Wulst. VeiPEau schneidet daher das Präputium 
„uf der unteren Medianlinie oder etwa 4 Linie. vom Fremhum 
u»ach auswärts mit einem geraden Bistouri ein, welches auf einer 
gerieften Sonde von innen nach ‚aussen geführt wird, ‚um die 
Vorhaut von ihrer Basis an gegen ihren freien Rand zu spalten. 
Meist ist es ‘schwer, gerade in derselben Ausbreitung die Haut 
and die die innere Fläche dersetben auskleidende Schleimhaut 
einzuschneiden, doch ist dies möglich, wenn man vor der Qpe- 
ration, nach "T’RAvVERNIER’S Rathe, die Bedeckungen so zurück- 
zieht, dass der Rand, der sie an der Schleimhaut ‚vereinigt, 
sich von der Vorderseite daratellt und die Oeffnung der Vorhaut 
weder nach einwärts, noch nach auswärts . umgeschlagen %t. 
Hierauf wird eine Hohlsonde mit an der Spitze nicht geschlos- 
zener Rinne zwischen. der Eichel und deren Umhüllung bis an die 
Vertiefung um den Umfang der. Kichel geführt. An der Scite 
des Frenulums iässt man ‚den Schnabel der Sonde durch die 
Haut vorragen und durchschneidet diese rasch mit dem Bistouri 
von hinten nach vorwärts, damn aber mit der Scheere das leicht 
über die Ruthe zurückzuziehende Frenulum, und zwar 80, dass 
es eine grosse, kreisrunde Veffnung giebt, welche bald darauf 
transversal wird. [v. Froriep’s Notizen, Nr. 689, nach Lancette 
francaise, 15. Novr. 1831.] (K-—e.)
	        
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