Full text: (Bd. 2 (Jahrg. 1832) = No 9-No 16)

V. Chirurgie und Augenheilkunde. 
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täglich vermindert, worauf sich die Wunde sehr verkleinerte. 
4 Wochen nach der Operation war die Wunde geschlossen und 
die Öperirte verlies völlig ’genesen ‚das Hospital. Im sechsten 
Monate darauf suchte sie aber von Neuem, und zwar wegen ci- 
nes mit Fieber verbundenen Mutterblutflusses, in demselben Hülfe, 
starb jedoch schr bald. Bei der Section ‚untersuchte man Vvor- 
sichtig die innere Seite des Theiles der Bauchbedeckungen, auf 
dem sich die Narbe befand. Man sah ein rundes Band, das 
dem Gefühle nach einen Theil des Dünndarmes mit der innern 
Narbe zu verbinden schien. Man schnitt nun ein viereckiges Stück, 
auf dem sich die ganze Narbe befand, aus, und nachdem dasselbe 
ganz jospräparirt worden war, baud man den mit dem Bande in 
Verbindung stehenden Darm an beiden Enden zu und schnitt das 
zugebundene Stück ab, worauf es sich zeigte, dass das erwähnte 
Band 11” Rheinl. lang war und sich mit dem Darme auf das 
Innigste verband. Merkwürdig ist in diesem Falle, 1) dass Darm- 
und Bauchwand verwachsen, und dass an der vereinigten Stelle 
durch die wurmförmige Bewegung ‘des Darmes und dessen 
Schwere derselbe mehr zurücktritt, wodurch eine Verlängerung 
der Verhindungsfasern dieser Adhäsion allmählich enitsicht, die 
erst ein ‚dickes und immer mehr dünner werdendes Band formt, 
das sich später so verdünnt, dass es zerreisst und endlich so 
verschwindet, dass man gar keine Narbe ‚einer Darmwunde be- 
merkt; 2) dass man sehr darauf sehen muss, dass Wunde oder 
brandiger Darmtheil nicht von «der äusseren Oeffnung entfernt 
werden, und 3) dass im vorliegenden Falle der hrandige Darm- 
Heil 3 Tage brauchte, um sich abzustossen, und dies die Ur- 
sache war, dass in den ersten Tagen sich an der Wunde noch 
keine Koth-puren fanden. — Noch dürfte es wohl nicht unwich- 
tig seyn, dass das Band, an dem der Darm hing, eine platte, 
überall mit dem Peritonäum überzogene Schnur bildete, so dass 
es als Verlängerung des früher hier offenen, vom Peritonäum 
gebildeten Kanals erschien, dessen Wände zwischenlicgendes 
Zellgewebe vereinigten, nachdem die Darmöffnung bereits ge- 
schlossen war. Dass die Natur ein solches Band vollkommen ab- 
sorbiren könne, ergiebt sich ans dem Verschwinden der frühe- 
ren Verbindung mit der -Vesicula umbilicalis und aus der Lösung 
der mach Pleuritis entstandenen Pseudomembranen durch Hydro- 
thorax,. [v. Gräfe’s und v. Walther’s Journ. d. Chirurgie u. Au- 
genheilk., Bd. XVIT, Hft. 2, S. 208—253.) (K—e.) 
44. Eingeklemmter Hodenbruch mit einer für 
den Bruchsack gehaltenen, eingesackten Hydro- 
cele des Samenstranges an der Vorderseite der 
Hernie. Bei einer Brucheperation glaubte der Operateur den 
Sack erreicht zu baben und öffnete ihn, wobei eine beträchtli- 
che Quantität Serum aus der Cavität drang. Den Inhalt des Sa- 
ckes schien der Blinddarm zu bilden, da ein Ende wie der wurm- 
örmige Anhaug aussalı. Doch liess sich der Bruch durchaus
	        
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