Full text: (Bd. 2 (Jahrg. 1832) = No 9-No 16)

VII. Thierarzneikunde. 
73 mit Koller, 13 mit Starrkrampf, 277 mit Rotze, Lahmgehen 
u. 8. w., 69 mit Wunden behaftet und 53 Stück waren zum 
Englisiren und Castriren überbracht. — Die Polizei schickte, 
wegen Verdachts auf Wuth und aus anderen Motiven, zur Un- 
tersuchung und Beobachtung ein 256 Hunde, 9 Pferde, 2 Affen 
und 2 Katzen. Davon waren 17 Hunde vollkommen toll, 49 
wurden, als höchst bösartig und bissig, vertilgt, und %, als 
bissige Kettenhunde, zurückgegeben; 7 für wuthverdächtig ein- 
gebrachte Hunde litten an der Fallsucht; 195 untersuchte Hunde 
wurden als gesund und fromm zurückgegeben. Von den 9 Pfer- 
den waren 7 gesund, aber boshaft und bissig, 2 aber rotzig 
und wurden deshalb getödtet. Die 2 Affen zeigten sich bloss 
boshaft und bissig; die 2 bösen, übrigens gesunden Katzen wur- 
den gelödtet. Die grosse Anzahl von gastrischen Leiden und 
Koliken war Folge von Mangel an zweckmässiger Pflege und 
Diät der Pferde, da diese Thiere zum grössten Theile solchen 
Pferdehaltern angehörten, welche ihren täglichen Erwerb in 
Lohnfuhren suchen, deshalb nach den wohlfeilern, aus anderen 
Ställen ausrangirten, Pferden kaufen und diese jeder üblen Wit- 
terung, jedem Mangel an Ordnung und Pflege aussetzen. — 
Die Entzündungskrankheiten hatten den Hals, die Lungen, Drü- 
sen u. 8. w. in Anspruch genommen und erforderten oft ein rein 
antiphlogistisches Verfahren, erschienen aber meistentheils im 
Gefolge eines katarrhal- oder rheumatischen Fiebers, nicht sel- 
ten auch in gastrischer Mitleidenschaft. — Rühmlichst wird 
noch des ausserordentlich glücklichen Erfolges beim. Castriren 
und Englisiren gedacht und selbiger einzig und allein der bes- 
sern Beschaffenheit des operativen Technicismus in der Wiener 
Schule zugeschrieben; allein worin diese verbesserte Operations- 
weise bestehe, wird uns noch nicht mitgetheilt. [Medic, Jahrb. 
des k, k. österreich. Staates, 1832, Bd. 12, St. 1.] (V—t.) 
856. Die Krankheitsconstitution und die herr- 
schenden Krankheiten unter den Thieren im Januar, 
Februar und März 1832; von Prof. Dr. Praınz in Dresden. 
In den genannten Monaten war das Erkranken unter Hausthieren 
weder unverhältnissmässig gross, noch überhaupt ungewöhnlich. 
Am häufigsten erkrankten noch aus gewöhnlichen Ursachen Pferde 
und Hunde. Die Hauptveranlassung zu den herrschenden Thier- 
krankheiten lag wohl in der meist schlaffen Witterung des Nach- 
winters, Viele Thiere erlitten dadurch unmittelbar Erkältungen 
und ihre Folgen, viele wurden aber auch mittelbar zu Krank- 
heiten disponirt, indem besonders bei Pferden durch diese Wit- 
terung das Hären zeitig eingeleitet und oft unterbrochen wurde, 
auch die unverhältnissmässige Stallwärme schädlich auf sie wirkte, 
Im Januar kamen die meisten, aber immer nur wenigen, eut- 
zündlichen Webel, besonders entzündliche Fieber und Brustent- 
zündungen bei Pferden, Rindern und Hunden zum Vorschein. 
Nächsidem erschienen katarrhalische und rheumatische Fieber
	        
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