Full text: (Bd. 2 (Jahrg. 1832) = No 9-No 16)

VII. Thierarznejkunde. 
Au ji 
Carıstison zur Ermittelung der Unterschiede, welche Brand- 
verletzungen am lebenden und todten Körper bieten, einige Ver- 
auche angestellt, welche folgende Resultate lieferten: die un- 
mittelbare Wirkung einer Brandbeschädigung am lebenden Kör- 
per ist eine Röthe, die sich mehr oder minder um die gebrannte 
Stelle verbreitet, bei einem leichten Drucke verschwindet, in 
kurzer Zeit vergeht und nach dem Tode nicht foridauert. Sie 
hängt von Extravasation oder Injection der Capillargefässe der 
Haut ab. Die zweite Wirkung ist eine, nach 5 bis 20 Secun- 
den sich zeigende, rothe schmale Linie, die von der gebrannten 
Stelle durch einen matt weissen Raum getrennt und von der 
einen Seite mit scharfer Gränzlinie umgeben ist, während sie 
auf der andern unmerklich in jene Röthe übergeht. Diese rothe 
Linie verschwindet nie, wie die erwähnte Röthe, auf mässigen 
Druck und ist am Leichnam immer zu sehen. Die dritte Wir- 
kung ist die Bildung einer Blase, die sich aber nie einstellt, 
wenn wenige Stunden nach erlittener Brandverletzung das Leben 
aufhört. Hat ein flüssiger Körper die Verbrennung hervorge- 
rufen und nimmt letztere eine nicht zu kleine Stelle: ein, so 
zeigt sich die Blase gewöhnlich schon nach einigen Minuten, ist 
dagegen die afficirte Stelle klein, so sieht man oft nach mehre- 
ren Stunden noch keine Spur einer Blase, auch ist eine solche, 
wenn die Verbrennung durch einen festen Körper geschah, nicht 
eine nothwendige Folge der Verletzung. — Die bald nach dem 
Tode zugefügten Brandverletzungen ‚bringen weder die beschrie- 
bene rothe Linie, noch Blasen hervor. Die Gegenwart dieser 
Zeichen spricht also dafür, dass die Brandverletzung während 
des Lebens erlitten worden sey, und man kann sich hieranf bei 
gerichtlich - medieinischen Entscheidungen stützen. [r. Froriep’s 
Notigen, Nr. UT, nach Journ. de Chimie medie. de Pharm, et 
de Toxic., Mars, 1832. } (K— e.) 
VII. TAIERARUSBLAUNDE,: 
8585.. Uebersicht der in dem k. k. Thierarznei- 
Institute zu Wien in dem Militär-Jahre 1829 behan- 
Jelten kranken und der untersuchten wüthenden 
oder wuthverdächtigen Thiere; von Jopann LınL, Med. 
Dr. und Director dieses Institutes. Von der Total- Summe der 
1604 behandelten Thiere sind geheilt entlassen worden 1346 
Stück; — umgestanden 157 Pferde; — vertilgt oder zur Ver- 
tilgung abgegeben worden 53 Pferde; Bestand 43 Pferde. Die 
Sterblichkeit betrug also, nach Abzug der 47 sterbend über- 
brachten 6 von 100. Von diesen Thieren waren 155 mit ga- 
strischen Leiden, complicirt mit epizootischen katarrhösen Fie- 
bern, 217 mit Entzündungen, 418 mit Koliken, 98 mit Drüsen.
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.