Full text: (Bd. 2 (Jahrg. 1832) = No 9-No 16)

166 1. Pathologie, Therapie und medicinische Klinik. 
‚iecham Habitus bekam nach einer chrönischen Lungenentzündung 
alle Zufälle der Cholera. Man verordnete ihm: Br. Decort, 
Salep. Infus. Vater, 5. 8%, Pulv. Gi. urab. 5j, Tinet. op. 'gth. 
xjj, Zufus. Jiquir: 3j. S. Alle Stunden eine halbe Kaffeetasse 
voll. Keine Besserung, aber heftiger Durst nach kaltem : Wasser. 
Dies wurde gegeben, jedoch ohne Eis, des Brustleidens wegen. 
Hierauf trat Besserung, aber Abends Schluchzen ein, wogegen 
6 ‘Blutegel an die Herzgrube gesetzt wurden. Besserung aller 
krankhaften Erscheinungen; Abends wieder Schluchzen,; welches 
durch 8 trockene Schröpfköpfe gehoben wurde. Patient gesun- 
dete vollkommen. — 28. Ein 4öjähriger; durch vorhergegangene 
Kranklıeiten geschwächter Tagelöhner verfiel in ein nervöses, 
mit Durchfall gepaartes Fieber, aus welchem sich die Cholerä 
entwickelte, Ihm wurde frisches Brunnenwasser zu trinken ge- 
yeben und seine untern Gliedmaassen mit kaltem Wasser ge- 
waschen. Hierauf hob sich der Puls, der Durchfall liess nach; 
der Kranke fühlte sich besser. Auch folgenden Tages hatten 
sich Pals und Hautwärme noch mehr gehoben und der Durch 
fall aufgehört, aber das Athmen wurde nicht frei. Folgenden 
Tages‘ wurde das Athmen noch langsamer; die Hautwärme wie 
der geringer und der Ausdruck des Gesichts verkündete‘ den 
nahen” Tod, der in der folgenden Nacht eintrat. — 29. Ein 
Tischlergesell von starkem Körperbaue und 23 ‚Jahre äatt‘ kam 
mit einer geschwollenen Leistendrüse: ins allgemeine Kranken: 
haus. Plötzlich und ohne bekannte Ursache bekam er Durchfalk 
Kollern im Bauche uhd alle Zufälle der- Cholera, E& wärden 
ihm 6 Unzen Blut weggenoinmen, die Gliedmaassen mehrere 
Minuten mit in Kikwasser getauchten Tüchern gerieben und 
darauf in erwärnite Tücher eingehülit, Zum Getränke” bekam 
er Fiswasser, wovon er alle 2—3 Minuten einen Mundvoll nahm. 
Der Zustand besserte ‘sich mehrere Tage‘ hindurch und endlich 
verschwanden alle krankhafte Erscheimungen. : Nach Z Tageh 
trat wieder Bhutandrang gegen Kopf und Brust ein, der durch 
einen mässigen Aderlass erleichtert: wurde. Patient tPank aus 
‚Aclıl.‘ tartar. nd Zucker bereitete Limonade. Als er Tages 
darauf olıne Erlaubniss im den Hofraum ging; “bekam er ‘Wieder 
Erbrechen und Durchfall. Am folgenden Morgen war die Zunge 
belegt, der Kranke klagte über Neigung‘ zum Erbrechen "and 
hatte mehrere flüssige Stuhlgänge: Es wurde ihm ein- Brech- 
mittel 'aus Ipecacuanha verordnet, woräuf er eine grünliche Flüs 
sigkeit wegbrach. ‘Sodann bekam er? Rei Infus. rad; Ipetde. 
ex gr. jv, parati 3vjjj. S. Jede Stunde 1 Esslöffel voll: Tages 
darauf wurde, wegen starken Pulses, eingenommenen Kopfes und 
mit venösem Blute überfüllter Augen, eih Aderlass von & Unzer, 
and kalte Umschläge auf den Kopf gemächt, worauf die Zufälle 
sich verloren; allein die Zunge blieb‘ unrein; Brechreiz und 
Durchfall dauerten fort. Auf ein mit Erfolg‘ gegehenes Brech- 
pulver, wie oben, begann die Genesung: —" 830. Ein Mant von
	        
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