Full text: (Bd. 2 (Jahrg. 1832) = No 9-No 16)

60 IIl. Pathologie, Therapie und medicinische Klinik. 
etwas Wein. — Fe. Linim. volat. camphor. 3j, Tinct. anod. et 
Cantharid, za. 3) M. S. Einreibungen an den Gliedmaassen davon 
zu machen. — PR. Decocti Salep 3jjj, Mucil. Gi. Trag. 33), 
Tinct. anod. gtt. v, Alum. crud. gr. vxi S. zum Klystier. Zwar 
liessen die Cholerazufälle ganz nach; aber die Kräfte sanken, 
ungeachtet die Gabe des Kamphers auf einen Gran vermehrt 
wurde , dermaassen,. dass die Kranke starb. Durch den Kaiser- 
schnitt wurde ein lebloses Kind zu Tage gefördert, dessen Haut 
ganz dunkelblau gefärbt war, ohne dass sich Spuren von Fäul- 
niss fandens Nach vollendeter Operation wurden noch einige 
Zeit Zusammenziehungen an den Fingern und Zehen der müt- 
terlichen Leiche bemerkt. — 8. Ein Bäckergesell, 41 Jahre 
alt, von starkem  Körperbaue und übrigens gesund, wurde, in 
Folge von Diätsünden, Opfer der Cholera in höherem Grade. 
Besonders heftig waren die Krämpfe in den Fingern und Zehen, 
welche wie durch Wasser macerirt aussahen. Kr erbrach alles, 
was er zu sich nahm, fast augenblicklich wieder; die Stuhlent- 
leerungen waren fast unzählbar, der Puls nirgends zu fühlen. 
Re. Infust ex flor. Chamomill. — herb. meliss. ca. 3)j) parat. 
Zvj- S. Alle Viertelstunden zwei Esslöffel voll. Der Kranke 
wurde mit doppelten Decken bedeckt, an die Gliedmaassen‘ wur- 
den heisse Ziegel, auf die Magengegend wurde Meerrettig ge- 
legt, aber vergebens. Der Kranke wurde in ein Dunstbad ge- 
bracht und obiger Arznei Ol. animal. Dippel. zugesetzt; allein 
er starb schon nach einigen Stunden. — 9. Kin arbeitloser 
Zeugmacher von 42 Jahren, starkem Körperbaue, melancholischem 
Temperamente, war durch die Zeitumstände wahnsinnig gewor- 
den, wogegen er den Tartarus emeticus bekam. Er wurde 
hierauf von Ekel und Durchfall befallen, wozu sich bald Erbre- 
chen einer gelben Flüssigkeit, starker, wässeriger Durchfall, 
kalte, blaue Haut, eingefallene Augen, nach oben und auswärts 
verzogene Pupille, halbgeschlossene Augen, kalte, weissbelegte 
Zunge, grosser Durst, heissere Stimme und fadenförmiger Puls 
gesellten. BR. Aquae Melissae 3jv, Mucil. Gi. arab. 3}, Liq. 
min. H. 3), Tinct. op. gtt. x. $. Alle halbe Stunden einen 
Esslöffel voll. RB. Moschi orient. opt., Camphor. ras. zo. gT. WW. 
Sacch. alb. Djv. M. f. pulv. div. in dos. aeq. Nr. VII. S. Alle 
halbe Stunden ein Pulver abwechselnd mit obiger Arznei. Opium- 
klystier, erweichende Umschläge auf den Bauch, Einreibungen 
mit Spir. camphor. und Tinct. cantharid. in die Gliedmaassen, 
Einhüllen derselben in warme Tücher -— alles vergebens: der 
Kranke starb. — 10. Eine Dienstmagd von 21 Jahren und zar- 
tem Körperbaue, litt an einer Tertiana, welche in Nervenfieber 
überging. Zu dem vorhandenen Durchfalle gesellte sich plötz- 
lich Erbrechen; das Gesicht fiel ein, die Augen sanken in ihre 
Höhlen zurück und wurden von blauen Ringen umgränzt. Die 
Kranke klagte über Empfindlichkeit des Unterleibes und schmerz- 
hafte Krämpfe in den Waden. Der Puls wurde fadenförmig, die
	        
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