Full text: (Bd. 2 (Jahrg. 1832) = No 9-No 16)

18 11 Pathologie, Therapie und medicinische Klinik. 
ein Pulver zu nehmen. Gleichzeitig wurde für Erwärmung des 
Körpers gesorgt und Linim. vol. camphor. et Tinct. anodyna 
in die Gliedmaassen eingerieben. Schon den zweiten Tag hatte 
sich bedeutende Besserung eingestellt, und es folgte auch voll- 
kommene Heilung, nachdem obiger Mixtur noch 15 Gran. Co- 
iumbo - Extract zugesetzt, ein Opiat-Klystier gegeben und zehn 
trockene Schröpfköpfe auf die Magengegend gesetzt worden. — 
5. Eine Tagelöhnerin, 37 Jahre alt und fast immer gesund ge- 
wesen, wurde cholerakrank ins Spital gebracht, wo sie um Mit- 
ternacht ankam. Nicht nur die Gliedmaassen, sondern auch 
Brust and Unterleib waren kalt, -der Puls schwach und fieber- 
los; die Kranke sehr ängstlich und unruhig und klagte mit schwa- 
cher, heiserer Stimme über Krämpfe in den Gliedern. Die Ent- 
stellung des Gesichts, der matte Blick, die Farbe der Lippen 
and Zunge stimmten mit den übrigen Erscheinungen der Cholera 
überein. Der Unterleib war eingefallen und nur wenig empfind- 
lich; die eigenthümlichen Entleerungen dauerten fort, Mau ver- 
ordnete: FR. Aquae Cinnam., Aq. comm. as) 33]j) Mueil. Gi. 
arab. 3vj, Liq. min. H. 5%, Tinct. anodyn. gtt., vj.‘ Jede Vier- 
telstunde einen Esslöffel voll zu nehmen. RB. Camphor. ras. 
gr. jjj, Sacchar. alb. 3), M. f. pulv. div. in dos. aeq. Nr. VI. S. 
Jede Stunde ein Pulver. Zum Getränke Salepdecoct mit Wein, 
Aeusserliche Erwärmung der kalten Theile, KEinreibungen mit 
Liniment. in. die Gliedmaassen, Opiatklystier. Hierauf trat 
Sehweiss mit Erleichterung ein, Erbrechen und Durchfall ver- 
minderten sich, die Krämpfe liessen nach. Noch 2 Tage dauerte 
die Besserung fort, als ein nervöser, Zustand eintrat und dem 
Leben ein Ende machte. — 4. Ein 9jähriger Knabe von schwäch- 
lichem Körperbaue und scrophulöser Beschaffenheit bekam, ohne 
hekannte Veranlassung, die Cholera. Kr war ängstlich, unruhig, 
klagte zuweilen über schmerzhaftes Zusammenziehen der Gilie- 
der; die Extremitäten waren kalt, der Puls kaum zu fühlen und 
fieberlos, das Gesicht eingefallen und entstellt; die glanzlosen, 
tiefliegenden Augen schlossen sich nur zur Hälfte; die Lippen 
und Zunge waren bläulich, letztere kühl, feucht und in der 
Mitte mit einem weissen Schleime belegt; die Stimme schwach 
und heiser, der Durst gross, die Lust nach kalten Getränken 
vorherrschend; das Athmen ging iangsam vor sich, der Bauch 
war beim Drucke etwas empfindlich. Es wurde verordnet: FR. 
Anuae Melissae, Aq. comm. ca. 3vjjj;, Mucil. Gi. arab. 3vj, 
Lig. min. H. 3%, Extr. Columb. gr. xv,: Tinel. anodyn, gtt. X. 
M. D. S. Jede Viertelstunde einen Esslöffel voll. Pr. Cam- 
phor. ras. gr. jj, Moschi gr. 3jj, Sacch. alb. 33, M. f. pulv. div. 
in part. acq. Nr. VI, D. S. Alle Stunden ein Pulver zu neh- 
men. Zum Getränke Salep- und Gersten - Absud. Erwärmung 
des Körpers mit heissen Tüchern. Kinreibungen mit Linim. vol. 
ramphor. 3}, Tinct. anodyn., Tinct. Cantharid. a3 3) jede Stunde 
in die Glieder zu machen. Klystiere aus Decoct. Salep. Zvill,
	        
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