Full text: (Bd. 2 (Jahrg. 1832) = No 9-No 16)

HL I. Medicinische Physik und Chemie. 
Auges immer rein und ungetrübt ‚erhalten. Das wichtigste Schutz- 
mittel aber, welches man bis jetzt ganz übersehen zu haben 
scheint, ist: die immerwährende Abkühlung des Aug- 
apfels durch die ununterbrochene Verdunstung der 
Thränen, ‚welche auf dessen Ohberfläche Statt hat, 
sie ist es, auf welche der Vf. durch diesen Aufsatz aufmerksam 
zu machen beabsichtigt. Mit Lebergehung des physischen Ge- 
setzes, nach welchem die Verdunstung, und wie sie erfolgh, ist 
die Verdunstung allemal um so lebhafter, je höher der Grad 
der Wärme ist, und die Natur hat daher das Heilmittel genau 
dem Grade .des Uebels angepasst, denn die Verdunstung der 
Thränen und die dadurch bewirkte Abkühlung des Auges hält 
in Hinsicht auf Grad und Lebhaftigkeit immer gleichen Schritt 
mit der Anstrengung und der dadurch bewirkten Reizung und 
Erhitzung des Auges, mittelst des Zuflusses des Blutes nach 
diesem Organe. Die diätetischen und therapeutischen Regeln, 
welche sich nun aus diesem natürlichen Abkühlungsprocesse des 
Auges durch die immerwährende Verdunstung der Thränen ab- 
leiten lassen, sind folgende: 1) Das gesunde Auge bedarf der 
nnausgesetzten Einwirkung der freien Luft. Trockene kühle Luft 
ist zuträglich, heisse feuchte nachtheilig, besonders schädlich 
strahlende Hitze. 2) Wird der Zutritt der freien Luft abgehal- 
ten, so wird die Abkühlung unterbrochen. 3) Längere Zeit 
angestrengte Augen müssen bisweilen abgekühlt werden, doch 
nicht durch längere Einwirkung der Kälte; diese schadet; stär- 
kend wirkt nur momentane Kälte. 4) Kranke und vorzüglich 
entzündete Augen dürfen nie zugebunden werden, denn da- 
dnrch werden sie nur heftiger gereizt, ohne der Abkühlung theil- 
haftig zu werden. Zu helles Licht darf man nur mit zweck- 
mässigen Schirmen abhalten. 5) Nur Abkühlung bewirkende 
Umschläge darf man auf das Auge appliciren, also allein solche 
ron kaltem Wasser, alle anderen sind schädlich. 6) Daher sind 
auch alle Kräuterkissen gänzlich zu verbannen. Sie reizen nicht 
allein durch ihren Inhalt und den Druck, welchen sie verur- 
sachen, sondern sind auch noch aus andern Gründen, von wel- 
chen der Verf. später sprechen wird, zu verwerfen. 7) Alles 
Vorhalten von reizenden Mitteln wirkt durch Vermehrung der 
Reizung nachtheilig, stärkt das Auge keineswegs. Will und 
darf man das Auge ja durch derartige Mittel stärken, so lasse 
man sie lieber in die Umgegend einreiben, [Aesculap. Neue 
Folge, Bd. I, Hfe, 3.1 (H— r.) 
350. Untersuchung der atmosphärischen Luft 
and der Luftelektricität in Wien während des epi- 
demischen Brechdurchfalles. Diese Untersuchung wurde 
N. MeDICcınischHE PauysıK und CHEMIE.
	        
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