Full text: (Bd. 2 (Jahrg. 1832) = No 9-No 16)

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VL. Mediein im Allgemeinen, 
der Dr. Erennön heilte. Im Spitale zu. Krumau heilte Dr. Zıicg- 
LER von 16 Kranken 43, und 3 starben. — Impflinge zählte 
man 6887. Bei 6616 Subjecten kamen ächte Schutzblattern, 
bei 39 unächte Pocken und bei 232 gar keine Pusteln zum Vor- 
scheine. — Für das physische Wohl der Bewohner sorgen 202 
Medicinalpersonen. . Auf einen Arzt kommen 32,407 Menschen; 
auf einen Wundarzt 4861; auf eine Apotheke 19,444 und auf eine 
Hebamme 1331. — 11. Beschreibung des Prachiner Krei- 
ses. Sein Flächenraum erstreckt sich auf 90 Quadratmeilen, die 
Oberfläche ist beinahe durchaus bergig, in der südwestlichen Ge- 
gend sogar ungemein gebirgig. Die Bewässerung ist mehr als 
mittelmässig: denn sie erfolgt durch die Moldau, Wotawa, Blanitz 
und Wolinka; ferner durch mehre Bäche und grosse Teiche. Es 
fehlt daher nicht an sumpfigen Gegenden, jedoch ganz an Mine- 
ralwasser. — Die Winde sind bei der Grösse des Kreises sehr 
verschieden vorherrschend. Das Klima ist, im Durchschnitte ge- 
nommen, rauh und kalt, am rauhesten im Hochgebirge. — Der 
Boden ist grösstentheils grobsandig, kalt, trocken und unfrucht- 
bar. Die Erzeugnisse des Landes bestehen in Holz, Wildpret, 
Rindern, Borstenviehe, Schafen, Federviehe, Fischen, Eisen 
und in Feldfrüchten. — Die Volksmenge belief sich auf 245,724 
Einwohner, worunter 116,774 männliche, 128,950 weibliche Per- 
sonen, insgesammt 54,704 Familien, welche in 15 Städten und 
Städtchen, 22 Marktfiecken und 985 Dörfern lebten. Das Jahr 
1825 hatte 1717 Trauungen, 10,036 Geburten und 6457 Todes- 
fälle. Unter den Geborenen zählte man 5179 Knaben und 4857 
Mädchen; 1338 uneheliche und 142 todtgeborne; es war also 
das %te Kind ausser der Ehe und jedes 7Oste todt zur Welt 
gekommen. Der Lenzmonat war am ergiebigsten, der September 
am kargsten. Unier den Verstorbenen waren 3347 vom männ- 
lichen und 3110 vom weiblichen Geschlechte; 2335 Kinder bis 
zum ersten, 740 vom ersten bis zum vierten Lebensjahre; 643 
Subjecte vom 4—20. J., 493 vom 20 — 40; J., 996 vom 40— 
65. J., 1066 vom 65—- 100. J. und 42 noch älter. Der Tod 
erfolgte bei 6131 Menschen durch gewöhnliche Krankheiten, bei 
43 durch Pocken, bei 67 durch andere epidemische Krankheiten, 
bei 2 durch die Hundswuth, bei 4 durch Selbstmord, bei 4 durch 
fremde Hand und bei 64 durch Unglücksfälle. Die grösste 
Sterblichkeit hauste im März, die geringste im September. — 
Ackerbau, Holzwirthschaft, Viehzucht, Glaefabrication und Berg- 
bau sind die hauptsächlichsten Beschäftigungen der Bewohner. 
Demzufolge werden sie oft von Augenkrankheiten, Fussgeschwü- 
ren, Bluthusten und Lungensucht heimgesucht. Von endemi- 
schen Gebrechen ist die Gegend frei. Epidemisch grassir- 
ten die wahren und modifieirten Pocken, Scharlach, Masern und 
gastrisch-nervöse Fieber. — Unter den Thieren ging die Raude, 
Maul- und Klauenseuche, Milzbrand, Lungenentzindung und
	        
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