Full text: (Bd. 2 (Jahrg. 1832) = No 9-No 16)

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VI. Medicin im Allgemeinen. 
gute Dammerde geben. Die vorkommenden Erzeugnisse sind Ge- 
treide aller Art, Knollen- und Wurzelgewächse; Rothwildpret, Ha- 
sen, Fasanen; Holz, Obst, selbst Wein, Hopfen, Flachs; Kalk, 
Steinkohlen, Torf, Zinn, Perlen, Carneole, Chalcedone, Achate 
n, 8. w. — Der Kreis zählt 345,237 Seelen, welche in 37 Städ- 
ten und Städtchen, 9 Marktflecken und 1034 Dörfern wohnen. 
Im Jahre 1825 zählte man 3129 Trauungen; 165835 Geburten 
und 10217 Todesfälle. — ‚Unter den Geborenen waren 8560 Kna- 
ben und 7975 Mädchen, Jedes achte Kind war unehelich, und 
das %Uste todtgeboren. Die meisten Geburten fielen im Mai, 
die wenigsten im December vor. — Unter den Gestorbenen wa- 
ren 5126 Individuen männlichen und 5091 weiblichen Geschlechts, 
238 Todtgeborene, 416% von einem Jahre, 1151 vom 1.—4, J., 
664 vom 4. — 20. J., 873 vom 20.—40. J., 1569 vom 40. — 
65. J.; 1500 vom 65, — 100. Lebensjahre und 53 Personen über 
100 Jahre alt. 2% waren an Menschenblattern, 2 an Hunds- 
wuth, 12 durch Selbstmord, 13 durch fremde Hand, 65 durch 
Zufälligkeiten, die Uebrigen an epidemischen Uebeln (Masern) 
und gewöhnlichen Krankheiten gestorben. Die meisten Sterbe- 
fälle hatte der Lenzmonat, die wenigsten der October. Es ‚wur- 
den 6318 mehr geboren als da starben. — Die bemerkenswer- 
thesten Krankheiten waren Infarcten im Unterleibe mit allen dar- 
ausentstehenden Uebelnz Schwindsuchten (bei Glas- und Stein- 
schleifern); Scrofeln, Wurmkrankheiten und Atrophieen. Ende- 
misch sind: Rheumatismen, Gicht, Kröpfe, hartnäckige Früh- 
lings- und Herbst- Wechselfieber. Epidemisch: wahre und 
falsche Menschenblattern , Scharlach, Keuchhusten, gastrisch- 
nervöse Fieber und Masern. — Unter den Thieren: Maul- und 
Klauenweh, Lungenseuche, Lungenentzündung, Pocken und Milz- 
brand. — Bloss zu Jungbunzlau giebt es eine öffentliche Heil- 
anstalt, welcher der Kreisarzt GRABENSTEINER Vorsteht. Im J 
1825 wurden daselbst 86 Kranke aufgenommen, von welchen 82 
geheilt, 3 ungeheilt entlassen wurden und 1 starb. — Die Mi- 
neralwässer zu Liebwerda äusserten ihre wohlthuende Wirksam- 
keit gegen Hysterie, Hypochondrie, Bleichsucht u. s. w. Im 
J. 1823 fanden sich 119 fremde Familien zu Liebwerda ein, 
theils um zu baden, theils um zu trinken. - Die Stelle des Brun- 
nenarztes hat Dr. Grosse übernommen, — Es wurden in ge- 
nanntem Jahre 12,67% Individuen vaccinirt. Bei 11,957 dersel- 
ben entwickelten sich ächte Schutzblattern; bei 314 unächte 
impfpusteln und bei 404 blieb die Operation ohne Erfolg. — 
Der Kreis zählt 336 Medicinalpersonen: einen Kreisarzt und 4 
Doctoren der Med.; 3 Doctoren und 7 Magister der Chirurgie; 
8 Gewerbswundärzte; 17 Apotheker und 247 Hebammen, Es 
kommen demnach auf einen Arzt 93,814; auf einen Wundarzt 5518; 
auf eine Apotheke 22,073 und auf eine Hebamme 1520 Subjecte zur 
Besorgung. — 8, Beschreibung des Czaslauer Kreises, 
Er ist fast eben 80 breit wie lang und hat einen Flächeninhalt von
	        
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