Full text: (Bd. 2 (Jahrg. 1832) = No 9-No 16)

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V. Thierarzneikunde. 
‚ünstigen können (wenn nämlich an einem Orte Fälle von Puer- 
peralfieber eine Zeit lang öfters vorgekommen sind, was für 
eine Ansteckung der Atmosphäre spräche), dafür hat R. sehr 
viele Beweise im Verlaufe der Manchesterschen Epidemie erlebt. 
In dieser Epidemie konnten in einem einzigen Falle die Erschei- 
nungen von Phlebitis entdeckt werden, dagegen Spuren von Ent- 
zündung des Peritoneum, der Pleura mit serösem Ergusse, Er- 
weichungen und Desorganisationen in den Ovarien in den aller- 
meisten Fällen. In einem Falle fand sich bei der Section der 
Uterus sehr erweitert, verdickt und auffallend erweicht. R. 
theilt die Fälle von Puerperalfieber während der Epidemie zu 
Manchester in 3 Classen, freilich etwas unwissenschaftlich, ein, 
von denen die erste die meisten Beispiele zählte. Hier half gar 
kein ärztliches Verfahren, der Puls 140 und darüber, die Wärme 
der Haut unter dem gewöhnlichen Grade. Die 2, Classe, — 
geringerer Grad der Krankheit, Eis halfen die einen Gegenreiz 
bewirkenden Mittel, in mehreren Fällen Blutegel, Blasenpflaster, 
Kalomel, Opium u. s. w. 3. Classe, — vollständige Wärme- 
entwickelung, heftiger örtlicher Schmerz, der freiere, starke 
und gereizte Puls. Allgemeine Blutentziehungen nützten. Die 
zu der letztern Classe gehörenden Fälle kamen vorzugsweise ge- 
zen das Ende der Epidemie vor. In den beiden ersten Monaten 
starben fast alle Kranke oft unter den fürchterlichsten, angrei- 
fendsten Erscheinungen. [Lond. med. gazette, Vol. IX.) (Br.) 
V. THIERARZNEIKUNDE, 
345. Epizootie unter den Fischen; von CLEmenT- 
Drsormes. Von dem Ende des Jahres 1831 an bis zu Anfang 
des Aprils 1832 wurden die Karpfen in den Fischbehältern der 
Domänen du Marais, Marcoussis, Barille und Fontenay-les- 
Bries, so wie die in den kleinen Flüssen der Thäler Dourdan 
und ‚Arpajon von einer Krankheit befallen. Sie sammelten sich 
in grosser Menge an dem Rande der Behälter und Flüsse, bil- 
deten dichte Haufen, steckten die Köpfe in den Schlamm, waren 
wie erstarrt. und liessen sich leicht mit der Hand fangen. Aus 
dem Wasser herausgenommen bewegten sie sich anfangs mehr, 
versanken jedoch bald wieder in die frühere Unthätigkeit. Cu. 
beobachtete 3 Perioden der Krankheit. 1. Periode: Die Fische 
kamen auf die Oberfläche des Wassers, wie bei Gewittertagen; 
sie waren, vorzüglich auf dem Rücken, mit einer weissen, schlam- 
migen Masse bedeckt. 2. Periode: Sie verloren ihre Lebendig- 
keit und zogen sich nach den Stellen hin, wo das frische Wasser 
in die Behälter einströmt. 3. Periode: Endlich versammelten sie 
sich in Massen in geringer Entfernung vom Ufer, die Köpfe in 
den Schlamm gesteckt, unbeweglich, fielen auf die Seite und
	        
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