Full text: (Bd. 2 (Jahrg. 1832) = No 9-No 16)

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IV. Materia medica und Toxikologie. 
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Nutzen anzuwenden bei alten, schwächlichen Individuen, bei ent- 
kräfteten, langsam Genesenden, nach überstandenen fieberhaften 
Krankheiten, bei durch Wochenbetten , Nachtwachen and langes 
Stillen erschöpften Frauen, bei Zehrfiebern und anderen chroni- 
schen, Uebeln, welche mit krankhafter Nervenstimmung, Dige- 
stions-Schwäche, übermässigen Absonderungen und Ausleerungen 
verbunden sind, und bei allen atrophischen, scrophulösen und 
rhachitischen Kindern. [ZBerl. med. Zeit., Nr. 12, A 
K—e. 
81. Ueber die Heilkraft des LirioSendrin. Das 
bekanntlich von EmmeT in Nordamerika in der frischen Rinde 
des "Fulpenbaumes aufgefundene bittere Prineip subalkaloidischer 
Natur, welches derselbe Liriodendrin genannt hat, ist als reines, 
balsamisch- bitteres Princip zu betrachten. Als Tonicum steht 
es, selbst nach der Meinung des Entdeckers, weit hinter dem 
Salicin. [Buchner’s Repert., Bd. 39, Hft. 3.] (K—e.) 
32. Purgirende Mittel bei entzündlichem Er- 
griffenseyn des Magens und der Därme; von JoHn 
M’Dıvırt. Schwerlich, behauptet der Verf., wird sich die 
Medicin je auf die Stufe einer Wissenschaft erheben. Sie ist 
durch zu grosse physische und moralische Momente daran ge- 
hindert. Die Ursachen und das Wesen der Krankheit sind 
schwierig, oft gar nicht auszumittelin. Ein anderer Hinderungs- 
grund ist aber die Subjectivität derer, von welchen die Medicin 
ausgeübt wird. In dieser Beziehung hebt der Verf. vorzüglich 
zweierlei hervor, erstens die grosse Geneigtheit, dem Alten an- 
zuhängen, und zweitens das Kxtrem hiervon, die Vorliebe für 
das Neue. Der Verf. zeigt, dass man in beiden Punkten zu 
weit gehe und wie der scheinbare Widerspruch zu verstehen 
gey. Die Abführmittel sind es, die er namentlich in dieser 
Rücksicht einer Betrachtung unterwirft. Noch vor wenigen Jah- 
ren hat man diese Mittel fast in jeder Krankheit für einen 
wesentlichen Theil der Behandlung gehalten. Der Speisekanal, 
sagte man damals, ist es, in dem der Ernährungsprocess beginnt: 
es ist daher für die Gesunderhaltung des ganzen Systemes un- 
bedingt erforderlich, dass seine Functionen regelmässig von 
Statten gehen; und dergleichen mehr. Die Erfahrung bewies, 
dass die nach dieser Ansicht geleitete Behandlung sich nützlich 
zeigte. Allein man ging noch viel weiter. Einige stellten den 
Satz auf: Der Speisekanal ist nicht nur fast in jeder Krankheit 
zugleich mit ergriffen, sondern die meisten Krankheiten entstehen 
von irgend einer von der Norm abweichenden Function dessel- 
ben. Diese kümmerten sich jetzt nicht mehr um das Wesen 
der Krankheiten, sondern setzten alle Unterschiede bei Seite, 
Bewiesen auch die Antworten der Patienten, dass die Ver- 
dauungsorgane gesund waren, so achtete man nicht darauf; nur 
einen einzigen Unterschied machte man, den nämlich, ob stär- 
kere Abführ- oder nur gelind eröffnende Mittel zu reichen
	        
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