Full text: (Bd. 2 (Jahrg. 1832) = No 9-No 16)

122 IV. Gynäkologie und Püdlatrik. 
entzündet ohne Geschwürsbildung. Die Höhle des Coecum war 
sehr verengt und enthielt harte, knotige, mit Blut und Jauche 
vermengte Faeces; die Leber war normal; die vergrösserte Gal- 
lenblase enthielt 14, in einen grünlichgelben zähen Schleim 
(eigentliche Galle fehlte ganz,) eingehüllte, 1—1“ im Durch- 
messer haltende Gallensteine, von unregelmässiger, würfliger 
Form mit glatten Flächen; der übrige Darmcanal, Milz, Nieren, 
Uterus und Harnblase waren normal; nur das etwas vergrösserte 
rechte Ovarium war au seiner Oberfläche mit mehreren ziemlich 
grossen Hydatiden besetzt. Die Brusthöhle wurde nicht geöffnet. 
Der Verf. bedauert die wahrscheinliche Ursache dieser Krank- 
heit, ein Fusstritt, den die Frau von ihrem Manne in die rechte 
Seite erlitten, und wonach sich das Uebel bald zu entwickeln 
anfing, erst nach dem Tode und nicht früher erfahren zu ha- 
ben, wo es im Beginnen der Krankheit vielleicht möglich ge- 
wesen wäre, dieselbe durch ein angemessencs entzündungswidri- 
ges Verfahren im Keime zu ersticken. [Siebold’s Journ. , Bd. XII, 
St. 1.] ; (L—t.) 
210. Ueber die Vereinfachung der Lehre von 
den Lagen des Kindes zur Geburt; nebst einem 
Schema der Hülfsanzeigen in den verschiedenen 
Fällen; vom Professor OsıaNDER in Göttingen. Der Verf. die- 
ser Abhandlung, deren erster Theil in Heusiınecer’s Zeitschrift 
für die organ. Physik, Bd. 2, Hft. 2, 1828 zuerst erschien, 
ziebt dieselbe hier, da sie nicht allgemein genug bekannt wor- 
den zu seyn scheint, in einer geburtshülflichen Zeitschrift, mit 
Zusätzen versehen, die ihr eine mehr praktische Tendenz ver- 
leihen. Schon in seinen: Bemerkungen über die fran- 
zösische Geburtshülfe, 1813, hatte er die Ueberzeugung 
ausgesprochen, dass die von BAUDELOCQUE zuerst aufgestellten 
und seitdem fast allgemein angenommenen zahllosen Positionen 
des Kindes zur Geburt zum grossen Theile in der Natur gar 
nicht, andere nur so selten vorkämen, dass sie selbst in einer 
ausgebreiteten langjährigen Praxis kaum einmal beobachtet wür- 
den, dass diese Vervielfältigung der Kindeslagen sich mehr um 
selbstgeschaffene Schwierigkeiten als um Naturbeobachtungen 
drehe, und zum grossen Theile bloss in theoretischen Spitz- 
findigkeiten bestehe, mehr dazu geeignet, die Sache, welche 
für das Leben und die Praxis allein gelernt werden sollte, zu 
erschweren und zu verwickein, als sie zu vereinfachen und 
deutlich zu machen. In seinen: Anzeigen zur Hülfe bei 
unregelmässigen und schweren Geburten, die als 
3. Band des Handbuches seines Vaters im Jahre 1824— 25 
erschienen, kam der Verf. wiederum auf diesen Gegenstand zu- 
rück und versuchte zugleich eine einfachere, der Natur ange- 
messenere Eintheilung der Kindeslagen. Er bringt nun noch- 
mals diesen Gegenstand in Anregung und wünscht, dass auch 
Physiologen demselben ihre Aufmerksamkeit schenken möchten.
	        
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