Full text: (Bd. 2 (Jahrg. 1832) = No 9-No 16)

36 IV. Materia medica und Toxikologie, 
bekannt ist, dass bei erhöhter Lebensthätigkeit die Athemzüge 
kürzer, begränzter,‘ schneller auf einander folgend sind, und 
dass deswegen der Verbrennungsprocess in der Lunge sich einem 
Verpuffen nähert, so dürfte man wohl auch umgekehrt annehmen, 
dass man durch künstliches Hervorbringen eines Verpuffens in 
der Lunge durch oxydirtes Stickgas das Leben steigern würde, 
was bei der Cholera gewiss sehr erfolgreich wäre. Zu diesem 
Gebrauche müsste das oxydirte Stickgas aber möglichst rein, 
vielleicht aus salpetersaurem Ammoniak bereitet seyn, und man 
müsste es in Rinds- oder Schweinsblasen auffangen, aus denen 
es der Kranke leicht einathmen könnte. Dass dabei Vorsicht 
nöthig ist und die Cholera eine reine seyn müsse, bedarf wohl 
keiner weiteren Erwähnung. — Die Wiener Hof-Sanitätscom- 
mission hat St’s eben mitgetheiliten Vorschlag zurückgewiesen, 
weil Bereitung und Anwendung des oxydirten Stickgases kostbar, 
schwierig und im Grossen unausführbar sey, auch dasselbe bei 
einigen Individuen böse Nervenzufälle erregen könne. Was den 
ersteren Vorwurf anlangt, so hat St. eine Bereitungsweise dieses 
Mittels später angegeben, welche die Bedenken jener Commis- 
sion entfernt; was aber den zweiten anlangt, so ist der Km- 
pfehler der Meinung, dass eine umsichtige Anwendung des Mit- 
teils‘ unter den Augen eines gutbeobachtenden Arztes es nie zu 
üblen Folgen werde kommen lassen. — In einer Note nennt 
Buchner diese Bemerkungen wohl begründet und stimmt ihnen 
völlig bei, erklärt auch in einer Nachschrift, dass St.’s Vorschlag 
viel Wahres enthalte und die Aufmerksamkeit. des ärztlichen 
Publikums in hohem Grade verdiene, dass er unter Berück- 
sichtigung der Erscheinungen der Cholera von diesem Mittel 
viel erwarte, und dass es eines Versuches wohl mehrfach werth 
sey. In dieser Hinsicht fügt er hinzu, dass ein kleiner hierzu 
ausreichender Apparat, den jeder Arzt bei sich führen könnte, 
sich leicht construiren lasse. Eine kleine Retorte mit einigen 
Drachmen salpetersauren Ammoniaks, eine kleine durch Stöpsel 
und Schraube verschliessbare Weingeistlampe, eine Respirations- 
röhre mit 2 Klappen, eine daran zu schraubende kurze Röhre 
mit einem Hahne und einer angebundenen Schweinsblase wären 
der ganze Apparat, und in Zeit einer Viertelstunde könnte das 
Gas entwickelt und die Blase gefüllt seyn. [Buchner’s Repert., 
Bd. 39, Hft. 3, S. 3371—353.] (K—e.) ; 
30. Ueber die Heilkräfte der Kreazom-Choko- 
tade aus Josrty’s Fabrik zu Berlin. Die Kreazom - Chokolade 
oder die avs französischen und deutschen nicht medicinischen 
Blättern bekannte Osmazom- Chokolade , welche letztere Benen- 
nung man passend mit ersterer, die von xg£ag, das Fleisch, 
und Zw/405, die Brühe, hergenommen ist, vertauscht hat, ist 
nicht nur eins der kräftigsten Nutrientien für Gesunde, sondern 
auch für arzneiliche Zwecke geeignet und zwar überall, 
wo man näbhren muss, olımne zu reizen. Sie ist demnach mit
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.