Full text: (Bd. 2 (Jahrg. 1832) = No 9-No 16)

W8 IM, Pathologie, Therapie und medicinische Klinik. 
533. Krankheitsconstitution von Darmstadt wäh- 
rend der letzten Monate; vom Hofmed. Dr. HEecaArR da- 
selbst. Im letzten Winter, der sehr mild war, herrschten rheu- 
matisch - katarrhalische Beschwerden vor. Aecht gastrische Com- 
plicationen waren selten, Bei kalten trockenen Nord- und Ost- 
winden kamen bisweilen heftige Entzündungen, besonders der 
Lungen, vor und machten starke, selbst wiederholte Aderlässe 
nöthig. Die im Anfange d. v. J. häufig und fast mit asiatischer 
Stärke auftretende sporadische Cholera blieb bis jetzt aus, wohl 
aber gingen Masern so herum, dass an ihnen oft alle Kinder 
einer Familie erkrankten. Bei Abnahme derselben kam häufig 
eine Schleimdiarrhöe zum Vorscheine, die nicht immer gestillt 
werden durfte, und die nur bei gleichzeitiger bedeutender Ent- 
zündung der Schleimhaut der Luttwege zu schaden schien. Als 
nicht ganz seltene Complication trat Croup auf, der jedoch 
leicht Blutegeln, Brechmitteln und dem Kalomel wich. ‘Diese 
Mittel sind, wenigstens in Darmstadt, auch bei dem für sich 
allein bestehenden Croup immer ausreichend, und die mucöse 
Nachkrankheit gelit meist unter Anwendung des Salıniaks bald 
in Genesung über. -In der nächsten Umgegend war der Krank- 
heitscharakter derselbe, in etwas weiterer Entfernung sollen 
aber typhöse Fieber herrschen, die schon seit einigen Jahren 
hier und da um Darmstadt erschienen, olıne dass sie in der 
Stadt selbst ausbrachen. — Die Influenza zeigte sich von der 
Mitte Aprils bis in den Mai d. v, J. und raffte einige alte Halb- 
todte hinweg. In diesem Jahre aber nahm man dieselbe noch 
nicht wahr. [Radius’s allgemeine Cholera - Zeitung, Nr. 80.] 
K—e.) 
334. Einige Bemerkungen über ee Bestand- 
theile und die Entstehung der Gallensteine; von Dr. 
Hanser in Frankenhausen. Nur zwei Substanzen in Gallen- 
steinen: das Cholestearin. und die gelbe Materie oder 
der Färbestoff der Galle, verdienen eine genaue Betrach- 
tung, während die übrigen mehr für zufällige Erscheinungen zu 
halten sind. Was die erste Substanz anlangt, die entweder 
die Concretionen allein ausmacht, oder doch ein Hauptbestand- 
theil derselben ist, so wurde sie von PAULLETIER DE LA SALLE 
als Salz, von Gren als wachsartige Materie beschrieben und von 
FourcRoY Adipocire genannt. CHEvrReuL erkannte sie später als 
eigenthümliche Fettart und führte sie unter dem Namen Chole- 
sterine auf, welchen Namen, da er Gallenfett bezeichnen soll, 
PoriscHL mit Cholestearine vertauschte, wofür man jetzt ge- 
wöhnlich Cholestearin sagt. Ueber. die Entstehung desselben 
sind die Meinungen noch getheilt. Früher hielt man das Ch. 
für einen Bestandtheil der gesunden Galle und glaubte, dass es 
sich, in der Galle in grösserer Menge, als gewöhnlich, vor- 
kommend, bei Bildung der Concretionen aus derselben scheide. 
Da jedoch ein THKEnNARD, BERZELIUS und Andere in der gesun-
	        
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